Plankenschneider 1.0.0

Bei der Decksbeplankung von Schiffsmodellen sind das Fischen und Kalfatern der Leibhölzer und der Planken die Königdisziplinen des Modellbaus.

Plankenschneider


Bei der Decksbeplankung von Schiffsmodellen sind das Fischen und Kalfatern der Leibhölzer und der Planken die Königdisziplinen des Modellbaus. Für die Beplankung des Decks wird eine Vielzahl von kalibrierten und geschliffenen Planken benötigt, die exakt abgelängt sein müssen.


Für das maßhaltige Schneiden der Planken auf Länge habe ich mir ein Werkzeug angefertigt und Plankenschneider (plank cutter) genannt. Nachfolgend stelle ich meinen Plankenschneider vor, der mit einfachsten Mitteln, hier auch skrap genannt, aus dem Eigenbestand (Fundus) hergestellt werden kann.


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Bild # 01 Plankenschneider


Die von mir gewählte Größe und die einzelnen Abmessungen sind frei wählbar, bis auf das verwendete Messer, einer Abbrechklinge, 18 mm (Cutteklinge).


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Bild # 02 Abbrechklinge, 18 mm


Auf einer Grundplatt [1], hier Aluminium 240 x 120 x 3 mm, werden acht (8) Löcher, D = 2,4 mm gebohrt. In jedes Loch wird ein Gewinde M = 3 geschnitten, zur Befestigung des Anschlagwinkels und der Winkel zur Klingenführung.


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Bild # 03 Explosionszeichnung


Der Anschlagwinkel [10] aus Aluminium, 100 x 20 x 20 mm erhält in einem Schenkel zwei Bohrungen, 3 mm zur Befestigung des Winkels auf der Grundplatte.


Zur Klingenführung [3] werden zwei weitere Aluminiumwinkel, je 90 x 20 x 20 mm benötigt. Ein Winkel ist das Spiegelbild des anderen, d. h. sie sind seitenverkehrt zu einander. Beide Winkel erhalten jeweils drei (3) Löcher, D = 3 zu ihrer Befestigung auf der Grundplatte. Zur Führung des zu bearbeitenden Werkstücks erhalten beide Winkel an der Unterseite Durchbrüche (siehe: Abbildungen).


In diese Durchbrüche wird dann auf der Grundplatte eine Schneidunterlage [4] zum Schutz der der Klingenschneide eingesetzt. Die Schneidunterlage besteht aus dünnem, flexiblem Plastikmaterial. Ich habe eine dickere Prospekthülle als Unterlage benutzt.


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Bild # 04 Material für Schneidunterlage


Die Klinge [5] ist eine sogenannte Abbrechklinge, 18 mm. Die verwendete Klinge muß etwas modifiziert werden, damit sie in der Klingenführung drehbar ist. Aus der Mitte des Klingenloches (D = 5,5 mm) senkrecht nach unten, in Richtung hinten muß die Klinge im Radius, r = 9 mm abgeschliffen werden, da sie anderenfalls nicht geöffnet werden kann, bzw. die gesamte Schneidgeometrie würde nicht stimmig sein.


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Bild # 05 Klinge, modifiziert


An der Vorderseite, mittig habe ich mit einem Diamantschleifstein ein weiteres Loch in die Klinge geschliffen um einen Betätigungsschutz montieren zu können. Jede andere Maßnahme ist jedoch vorstellbar, um die eigenen Finger zu schützen.


Neben der Klingenführung habe ich Teil eines gekürzten Stahlmaßstabes, 300 mm, [6] flexibel, Edelstahl, derart auf die Grundplatte geklebt, daß die Länge des zu schneidenden Plankenstückes direkt abgelesen werden kann.


Der beschriebene Fingerschutz besteht aus zwei Winkelabschnitten [7] eines Aluminiumwinkels. Auf dem Winkeln ist ein halbrundes Stück Holz [8] montiert, um auf die Schneidklinge Druck ausüben zu können.


Nicht näher beschrieben habe ich zwei Schrauben [9] mit Federringen und Muttern die am Messer benötigt werden sowie acht (8) Befestigungsschrauben [10] M = 3.


Das Schneiden der Planken ist denkbar einfach. Von links wird die Plankenleiste in die Aussparrungen der Klingenführung geschoben. Die Plankenlänge wird an dem Maßband abgelesen und die geöffnete Klinge wird niedergedrückt. Das Ergebnis ist eine perfekte Planke, fertig zur Montage.

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