Megayacht Pegasus V in 1 : 40

  • Hallo liebe Modellkollegen,


    ich möchte euch hiermit am Bau meiner Megayacht ( L.ü.a. = 60 m .. 100 m ) teilhaben lassen.
    Nach Definition einiger Details zur Erhöhung des Spiel- und Freizeitwertes, wie z.B. einer befahrbaren Tenderbootgarage, Helipad, ausfahrbare Gangway u. diverse Seeterassen, sowie einer max. Länge von 200 cm, wurde schließlich nach 8 Monaten Recherche ein Original gefunden, dass alle Anforderungen bei einem Maßstab größer als 1 : 50, hinreichend erfüllte.


    Die 78,6 m lange Pegasus V wurde im Dez 2003 als Princess Mariana für den Mexikaner Carlos Peralta Quintero von der dänischen Werft Royal Denship abgeliefert.
    Der Schiffsarchitekt und Designer Espen Oino zeichnete 2002 die Luxus-Motoryacht als Fünfdecker mit einer Breite von 14,4 m und einem Tiefgang von max 4,5 m für 12 Gäste in 6 Doppelkabinen und einer 26 Mann starken Crew. Mit den 2 Dieselmotoren vom Typ Deutz SB V12M 628 und einer Leistung von jeweils 2,7 MW erreicht sie eine max. Geschwindigkeit von 18 kn.
    Nach einem Refit in 2006 wurde sie umbenannt in Pegasus V und an eine Chartergesellschaft verkauft. Im Juni 2014 erwarb der Kronprinz von Saudi Arabien Mohammed Bin Salman Al Saud die Yacht, und benannte sie um in Pegasus VIII. Das letzte Refit erfolgte 2020 in den Niederlanden. Nach einer kurzzeitigen Umbennung in Lightning, und einer möglichen Verwechslung mit dieser Motoryacht gleichen Namens, gab es wieder eine Rückbenennung in Pegasus VIII.


    Inhaltsverzeichnis:


    Erstellung des Spantgerüstes ........................................................... # 5

    Hellingbrett und Spantgerüst ............................................................ # 8

    Beplankung des Spantgerüstes ...................................................... # 14

    Abschluss der Beplankung und erste Schleifarbeiten ................... # 28

    Montage der Scheuerleiste am Holzrumpf ..................................... # 34

    Fertigstellung der Rumpf-Urform .................................................... # 42

    .

    Antriebsauslegung und Berechnung der Motorparameter ............ # 53

    Motor und Propellertest ................................................................... # 57


    Bau eines Bootsständers. ................................................................ # 67


    Lieferung des Gfk-Rumpfes .........,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,................,,,,,,,,,,,.,,,,,,, # 76

    Unterwasserbeleuchtung Teil 1 ....................................................... # 89

    Rumpfausschnitte für Fenster und Bullaugen ................................ # 90

    Rumpfausschnitte für Querstrahler und Trossenklüsen ................ # 93

    Rumpfausschnitte für die Schlingerkiele ........................................ # 96


    Anfertigung der Schlingerkiele ( Rollneigungsdämpfer ) ............... # 98

    Unterwasserbeleuchtung Teil 2 ..................................................... # 102

    Querrudermontage Teil 1 ............................................................... # 104

    Querrudermontage Teil 2 ............................................................... # 107

    Montage der Schlingerkiele ........................................................... # 108

    Scheuerleisten Teil 1 ...................................................................... # 109

    Scheuerleisten Teil 2 ...................................................................... # 110


    Wellenanlage Teil 1: Herstellung der Montagehilfe ...................... # 114

    Wellenanlage Teil 2: Propellerstützlager ....................................... # 120

    Wellenanlage Teil 3: Rumpfdurchführung mit Stevenrohr ........... # 124

    Wellenanlage Teil 4: Einbau im Rumpf .......................................... # 137


    Motoreneinbau im Rumpf .............................................................. # 130


    Ruderanlage Teil 1: Demontage und Modifikation ........................ # 135

    Ruderanlage Teil 2: Gießform und Schliff ...................................... # 138

    Ruderanlage Teil 3: Montage am Rumpf........................................ # 141

    Ruderanlage Teil 4: Servohalter ..................................................... # 146

    Ruderanlage Teil 5: Funktionstest ................................................. # 146


    Stabilisatoren Teil 1 ........................................................................ # 177

    Stabilisatoren Teil 2 ........................................................................ # 178

    Stabilisatoren Teil 3 ........................................................................ # 177

    Stabilisatoren Teil 4 ........................................................................ # 178

    Stabilisatoren Teil 5 ........................................................................ # 186


    Unterwasserbeleuchtung Teil 3 ..................................................... # 189

    Unterwasserbeleuchtung Teil 4 ..................................................... # 192

    Unterwasserbeleuchtung Teil 5 ..................................................... # 193

    Unterwasserbeleuchtung Teil 6 ..................................................... # 199


    Hecktorseitenteile ........................................................................... # 200

    Niedergänge Teil 1 .......................................................................... # 201

    Niedergänge Teil 2 .......................................................................... # 202


    Montage der Bugstrahlermotoren ................................................. # 212

    ..

  • Computer Aided Design

    ( Rechner unterstützte Konstruktion )


    Zunächst erfolgte eine Machbarkeitsprüfung incl. diverser geplanter Sonderfunktionen und im Anschluß daran die CAD - Konstruktion.
    P V 00.jpg


    Nach weiteren 3 Monaten ergab sich dann folgendes:
    P V-34_Heck.jpg


    Die Projektdaten:

    _____________________Original ______Modell in 1 : 40


    Länge ü.a: ................. 78,6 m ................... 1.965 mm

    Länge KWL: .............. 70,5 m ................... 1.762 mm

    Breite: ....................... 14,4 m ...................... 360 mm

    Tiefgang: ..................... 4,5 m ..................... 113 mm


    Verdrängung: ............ 2.370 t ...................... 37,0 kg

    max. Geschw. ............ 18 kn ...................... 5,5 km/h

    Rumpfgeschw. ......... 19,4 kn ................... 5,95 km/h

    Motorleistung: ... 2 x 2,7 MW ..................... 2 x 42 W


    vertikaler Rumpf-Auftriebsschwerpunkt: .... 66,5 mm

    im Längsschnitt bei ..................................... 927 mm

    Blockkoeffizient .............................................. 0,5229


    Rumpf-Lateralfläche über KWL ....................... 0,3 m²

    Höhe d. Rumpf-Lat.-Flä.schw.pkt ü. KWL ..... 96 mm

  • Erstellung des Spantgerüstes

    Hallo,
    hier ein paar Bilder zur Spantkonstruktion. Die 5 mm dicken Kunststoffplatten wurden nach Maß zugeschnitten und angeliefert. Danach habe ich die Spanten ausgedruckt und aufgeklebt:
    P V 03.jpg
    P V 02.jpg


    .. und ausgesägt:
    P V 05.jpg

  • Hallo Jörg.


    Ein interessantes Projekt.
    Dann will ich mich doch auch ma dazu setzen.

    Gruß Thomas


    An der Pier:

    aeronautische "Diva", robbe "Paula", Barkasse "Gerlinde", Lotsenboot "Laboe", Peilboot "Juist", Boddenboot "Barsch", Fahrgastschiff "Stadt Schlüchtern"

    Im Dock:

    robbe "Norderney", robbe San "Diego", robbe "Silke", robbe "Cap Domingo", Fairey "Spearfish 30", Damen "FCS2710"

    In Planungen:

    Lotsenboot "Laboe" 1:10, Marineschlepper Klasse 722

  • Hallo Jörg,


    Da bin ich auch mit dabei.


    Gruß Gerd

    In der Werft: WSP "HE4" im Maßstab 1:20
    In der Werft: DGzRS "Theodor Storm" im Maßstab 1:20
    In der Werft: DGzRS "SRB 9,5m" im Maßstab 1:20
    In der Werft: DGzRS "Ernst Meier Hedde" im Maßstab 1:20
    In der Planungsphase: Zollboot "Bremen" im Maßstab 1:20
    Im Werftmuseum: Graupner B-24

  • Hallo Gerd, Thomas u.a.,
    vielen Dank für euer Interesse.


    Hellingbrett und Spantgerüst


    Nachdem das 3 mm Pappelsperrholz für die Beplankung eingetroffen war, musste zunächst eine 2 m Helling gebaut werden:
    P V 07.jpg
    Hier sind schon mal die Kielblöcke auf einer Hälfte montiert.


    Alle 40 Spanten auf dem Kielspant aufgesteckt sieht das Spantgerüst dann so aus:
    P V 10.jpg
    P V 09.jpg

  • Hallo Jörg,


    In welchem Maßstab baust Du deine Jacht, bzw. welche Maße wird sie letztendlich haben?


    Gruß Gerd

    In der Werft: WSP "HE4" im Maßstab 1:20
    In der Werft: DGzRS "Theodor Storm" im Maßstab 1:20
    In der Werft: DGzRS "SRB 9,5m" im Maßstab 1:20
    In der Werft: DGzRS "Ernst Meier Hedde" im Maßstab 1:20
    In der Planungsphase: Zollboot "Bremen" im Maßstab 1:20
    Im Werftmuseum: Graupner B-24

  • Das wird wieder mal ein Augenschmaus, da setz ich mich auch gleich in die Zuschauerränge!


    Vielleicht eine doofe Frage: Wie kommst du zum Spantenriss ? ich habe nur einen Ober- und Seitenriss gesehen. Machst du das aus dem Bauch heraus? :kratz:


    Ich frage deshalb weil ich bei meinem nächsten Modell endlich den Sprung von Baukasten zum Eigenbau wagen möchte aber von potentiellen Modellen jeweils nur Abbildungen von oben und der seite finde und einen riesigien Respekt davor daraus einen vernünftigen Rumpf zu zimmern der noch ein wenig Scale sein soll.. :/

  • Hallo Gerd,

    In welchem Maßstab baust Du deine Jacht, bzw. welche Maße wird sie letztendlich haben?

    schau mal hier  :wink: .



    Wie kommst du zum Spantenriss ? ich habe nur einen Ober- und Seitenriss gesehen. Machst du das aus dem Bauch heraus?

    Hallo Jürgen,
    eine sehr gute Frage !
    In der Machbarkeitsprüfung hatte ich das Glück noch eine Broschüre mit 7 Deckslayouts ( = x-y-Ebenen = Länge-Breitenebene ) vom Peildeck, Sonnendeck, Brückendeck, Hauptdeck, Eignerdeck, Maschinendeck bis hinunter zum Tankdeck zu bekommen. Daraus ließ sich sehr einfach jeder Spant in seiner typischen Form mit Kurvenschnittpunkten in der y-z-Ebene ( = Breite-Höhe ) erstellen. Dabei überträgt man die y-Koordinate ( Breite ) aus den Wasserlinienrissen mit bekannter Höhe ( = z-Achse) bei einer vorher gewählten x-Koordinate ( = Schiffslänge ) auf den passenden Querspant mit gleicher x-Koordinate in gleicher Höhe. Dies wiederholt man bei einigen Spanten mit jeweils 2 - 3 Wasserlinien verschiedener Höhe. Damit erhält man schon eine Rumpfhülle, die zu 90% dem Original entspricht. Die restlichen 10 % zur Glättung und Harmonisierung ( Ausstraken ) nahmen allein ca. 50% der Konstruktionszeit in Anspruch. Die einzige individuelle Anpassung bestand in einer geringfügigen Verbreiterung des Kiels durch die kleinste Baulänge des gewählten 34er Jedamski-Heckstahlruders.

  • Beplankung des Spantgerüstes

    Die ersten Planken wurden verlegt ..
    P V 11.jpg
    Als Begrenzung wurde im Spantenknick 3 mm Buche als Rundmaterial, nach 1 h Wässerung, verwendet.


    .. Planken zuschneiden, wässern, anlegen, mit Federklemmen fixieren, trocknen, leimen, erneut fixieren, aushärten.
    P V 12.jpg
    und immer abwechselnd Steuerbord und Backbord.


    P V 12-1.jpg
    Um die Planken in Form zu bringen, helfen neben Federklemmen auch Spanndrähte, Holzkeile, -klötze u. -leisten.


  • Hallo Jürgen,eine sehr gute Frage !
    In der Machbarkeitsprüfung hatte ich das Glück noch eine Broschüre mit allen Deckslayouts ( = x-y-Ebene ) bis hinunter zum untersten Maschinendeck zu bekommen. Daraus ließ sich sehr einfach jeder Spant mit seiner typischen Form mit Kurvenschnittpunkten in der y-z-Ebene erstellen. Dabei überträgt man die y-Koordinate aus den Wasserlinienrissen mit bekannter Höhe (= z-Achse) bei einer vorher gewählten x-Koordinate ( = Schiffslängsachse ) auf den passenden Querspant mit gleicher x-Koordinate in gleicher Höhe. Dies wiederholt man bei einigen Spanten mit jeweils 2 - 3 Wasserlinien verschiedener Höhe. Damit erhält man schon eine Rumpfhülle, die zu 90% dem Original entspricht. Die restlichen 10 % zur Glättung und Harmonisierung ( Ausstraken ) nahmen allein ca. 50% der Konstruktionszeit in Anspruch. Die einzige individuelle Anpassung bestand in einer geringfügigen Verbreiterung des Kiels durch die kleinste Baulänge des gewählten 34er Jedamski-Heckstahlruders.


    M.f.G. Jörg

    Äh .... :kratz: .... :dno: nix versatanden :lol: .... aber geiles Projekt, werde ich aufmerksam verfolgen.
    Gleich ein Frage zu deinem Spantengerüst, so dicht wie du die Spanten gesetzt hast...machst du da eine
    Form für einen GFK Abzug, oder entfernst du nach laminieren einen Teil dieser wieder?

  • ..machst du da eine
    Form für einen GFK Abzug, oder entfernst du nach laminieren einen Teil dieser wieder?

    Hallo Jens,
    diese Arbeit an der Urform ist Vorraussetzung für eine GfK-Negativform. In dieser wird dann eine GfK Positivform als eigentliches Modell laminiert.


    Und weiter geht's mit dem Beplanken ...
    P V 15.jpg



    P V 17.jpgP V 16.jpg



    P V 18.jpgP V 19.jpg

  • Hallo Bernd,
    lieben Dank für deinen Kommentar.


    Hallo Matthias,
    Die Spanten aus geschäumten PVC lassen sich sehr gut mit UHU Allplast und Ponal Holzleim schnell verkleben.
    Die PVC-Hartschaumplatten lassen sich schneller sägen als gleichstarke Sperrholzplatten. Und sind darüber hinaus auch verzugsfrei. Die Sägereste werden z. gr. Teil als Versteifungselemente im Decksaufbau und als Träger für Elektronik u.a. im Schiffsinneren verwendet. Da ihre Dichte ( ca. 0,43 g/cm³ ) auch noch kleiner als die von Sperrholz ist und keine Feuchtigkeit aufnehmen, sind sie schimmelfrei und können ohne aufwendige Schutzlackierung ideal fast überall als Schiffbaumaterial verwendet werden.


    In Verbindung mit 0,5 - 1 mm dicken ABS-Platten in Sandwichbauweise ergeben sich hochglänzende, leichte und sehr stabile Wände z,B. für die Decksaufbauten. Das Umformen bei niedrigen Temperaturen macht sie zum idealen Baumaterial auch bei gekrümmten Flächen.

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