Das U-Boot vom Maschteich in Hannover

  • Das Thema Maschteich in Hannover ist ja hier schon hinlänglich beschrieben worden. Dazu habe ich auch noch eine kleine Geschichte.

    Als ich ca. 1976 in die Gilde der RC-Kapitäne aufgenommen wurde, gab es die Legende, dass im Maschteich ein U-Boot liegen sollte, natürlich ein Modell. Man erzählte sich, der Erbauer hatte es auf Tauchfahrt gehen lassen und danach ward es nicht mehr gesehen. Auch die herbeigerufene Feuerwehr konnte das Boot nicht finden. So die Geschichte. Damals war ich mir nie sicher, wieviel Seemannsgarn da mit drin ist.

    Eines Tages, ich war mit einem Freund am Teich, versagte dessen Boot mitten im See den Dienst und musste manuell gerettet werden. Dazu sprang der Kollege in Unterhose ins hüfthohe Nass und watete in Richtung seines Bootes. Plötzlich hielt er inne, bückte sich und hielt etwas dunkles, längliches in den Händen; das U-Boot. Es existierte also wirklich.

    An Land brach es nach den Jahren im Wasser leider gleich auseinander, aber man konnte noch gut den fantastischen Aufbau erkennen, der von viel Liebe zum Detail und zur Technik eines U-Bootes zeugte. Es war dem U-Boot in Laboe nachempfunden, ca. 60 cm lang in U-Boot-grau, mit wahrscheinlich schwarzen Aufbauten. Unter diesen war eine gut abgedichtete, selbstgebaute Plexiglasabdeckung. An den Seiten schauten die Tiefenruder heraus, hinten zwei Propeller mit dem Seitenruder und den Kiel bildete eine dicke Bleischiene. Der Rumpf war in Spanntenbauweise ausgeführt und der Innenraum war gut mit Motoren, Pumpen, Akkus, Empfänger und den Servos ausgefüllt. Zwei passend gelötete Fluttanks wurden jeweils von einem eigenen Motor mit Pumpe versorgt. Die Fernsteuerung war die zu der Zeit der Kiellegung des Bootes hochmoderne Graupner Varioprop mit den gestapelten Modulen von ca. 1966 bis 1968, betrieben von einem kleinen Akku. Die Motoren wurden über einen Bleiakku mit Strom versorgt. Der Ausbau zeigte, dass dieses Boot nicht einfach nur über Tiefenruder gesteuert wurde, sondern ganz originalgetreu über Fluttanks tauchen und auftauchen konnte. Allein der Bau muss eine Riesenarbeit gewesen sein und dementsprechend der Verlust umso schmerzlicher. An dem Alter der Fernsteuerung konnte man auch gut schätzen, dass das Boot um 10 Jahre im Wasser gelegen hat und es kein Wunder war, dass es gleich auseinandergebrochen ist.

    Was aber auch ganz deutlich wurde, war der Grund für den Verlust des Bootes: Die Welle eines Pumpenmotors für einen der Fluttanks war in der Kupplung völlig abgerieben und zeugte davon, dass der Tank nicht mehr entleert werden konnte. Der Kapitän muss verzweifelt versucht haben, das Boot aufsteigen zu lassen, das aber durch den Ballast immer tiefer sank, bis die Akkus endgültig leer waren und das die Katastrophe abschloss. Es war echt schade um dieses tolle Modell.

    Zufällig hatte ich den Tag meine Kamera dabei und hab ein paar Bilder geschossen, allerdings in sehr schlechter Qualität. Aber sie zeigen wenigstens im Ansatz den Aufbau dieses tollen Models.

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  • Hallo

    Ich erinnere mich, das in dieser Zeit, aber auch noch bis weit in die 80ziger, sich dort RC Kapitäne zum gemeinsamen Schiffe fahren getroffen haben, meist Sonntags Morgen. Einige Male bin ich dort auch als Zuschauer hingefahren, ich habe auch damals schon Schiffsmodelle gebaut, aber zu dieser Zeit als aufstrebender Student der Elektrotechnik war eine Fernsteuerung finanziell weit von meinem Möglichkeiten entfernt. Und ich meine, dass damals auch gelegentlich üer den Verlust des U-Boots Modell gesprochen wurde und das sogar auch mal in der Zeitung ( Über die Aktion der Feuerwehr ) berichtet wurde.

    Später dann, als ich auch durch den Beruf finanziell besser aufgestellt war, konnte ich mir eine Fernsteuerung ( robbe economy 4 Kanal 27 MHz ) leisten, bin aber nie wieder zum Maschteich gefahren, sondern hatte hier um östlichen Umland von Hannover ein Fahrgewässer gefunden.

    Ich meine , dass dann aber in den frühen 90zigern dort auch nicht mehr gefahren wurde, aus welchen Gründen auch immer

    Lang ist es her

    Gruss

    Klaus

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