altes Futterboot JABO-1AL

  • Hallo,

    als "Angler" habe ich mir ein Futterboot zum Auf-/Umbau zugelegt. Es handelt sich um ein älteres Modell; ich bin mir nicht sicher ob ich das Boot überhaupt brauche oder benutzen will… Jedenfalls finde ich es interessant und hoffe auf eure Hilfe um meine fachlichen Unzulänglichkeiten, im Modellbau, auszugleichen.

    Im Moment bereitet mir der Antrieb etwas Kopfschmerzen


    antrieb.jpg


    Über das Prinzip bin ich mir im klaren - wir haben 2 gegenläufige Kreiselpumpen - nur über die Drehzahl nicht. Die Pumpen werden, jeweils, mit einem Motor über ein Zahnradgetriebe angetrieben. Kann man die benötigte Drehzahl, irgendwie, berechnen? Auf Grund der Bauart würde ich auf Langsamläufer tippen; Drehzahl möglicherweise deutlich unter 1000 touren?? Was meint ihr?


    Viele Grüße

    Knut

  • Kann man die benötigte Drehzahl, irgendwie, berechnen?

    Hallo Knut,


    auf der Ebene des ambitionierten Modellbauers kann man die Drehzahl von DC-Motoren nur schätzen, - auch für bürstenlose Motoren -, aber z. B. kontaktlos messen. Zwischen der Stromversorgung und dem Motor sind Regler/Stellglieder geschaltet, über denen Spannung abfällt, am Motor kommt dann eine gepulste Spannung an.


    DC-Kleinmotoren, insbesondere Bürstenmotoren, sind Industrieprodukte, deren „Technischen Angaben“ beziehen sich auf drehzahlkonstanten Dauerbetrieb. Werbungsangaben (Händlermeinung) sind, aufgrund eigener Erfahrung, selten technisch und/oder fachlich nachvollziehbar.

  • Hallo Wolf,

    Danke für Deine Antwort. Ich hätte vielleicht erwähnen sollen, dass die Motoren fehlen. Was das Funktionsprinzip angeht, da habe ich mich schon informiert und, wie ich glaube, auch weitestgehend verstanden. Der Abstand der Halteschrauben für die Motoren ist 16mm, was auf 300er Motoren hindeutet. Die Untersetzung des Getriebes kann ich ausrechnen. Aber welche Drehzahl vom Motor? 300er Motoren gibt es von <3000 bis >30000 U/min. Welche Drehzahl oder welcher Drehzahlbereich wäre für so einen "Pumpenantrieb" sinnvoll?

  • Welche Drehzahl oder welcher Drehzahlbereich wäre für so einen "Pumpenantrieb" sinnvoll?

    Hallo Knut.


    „Der Zweck heiligt die Mittel.“ Mit anderen Worten der „Pumpenantrieb“ soll Dein Boot bewegen. Da ergeben sich sofort zwei Fragen:

    • Was wiegt das Gefährt?
    • Wie schnell soll es fahren können?

    Dann stellen sich die Fragen nach der Übersetzung der Getriebe, den Durchmessern der Propeller (Pumpenflügel), der Steigung der Propeller, gibt es Steuerelemente, z. B. Richtungsdüsen!?!


    Ganz so einfach sind Deine Fragen zunächst nicht zu beantworten, wenn Deine konkreten Ziele nicht bekannt sind.


    Kommen bürstenlose DC-Motoren in Betracht? Welche Stromversorgung ist vorgesehen? Sind Sender und Empfänger, Drehzahlsteller (einer/zwei) vorhanden?


    Letztlich ist es der Überlegung wert, ist es (un-)wirtschaftlich mit unbekanntem Ziel zu investieren oder minimiert man das Risiko und kauft bedarfsgerecht neu!?!


    SORRY, falls ich mit meinen Aussagen Deine Euphorie gedämpft habe. Ich denke eine kritische Betrachtung kann Dich in Deiner Entscheidungsfindung nur bestärken.



  • ber das Prinzip bin ich mir im klaren - wir haben 2 gegenläufige Kreiselpumpen - nur über die Drehzahl nicht. Die Pumpen werden, jeweils, mit einem Motor über ein Zahnradgetriebe angetrieben. Kann man die benötigte Drehzahl, irgendwie, berechnen? Auf Grund der Bauart würde ich auf Langsamläufer tippen; Drehzahl möglicherweise deutlich unter 1000 touren?? Was meint ihr?


    ich bin mir nicht sicher ob ich das Boot überhaupt brauche oder benutzen will…

    Moin Knut,


    wenn dein Modell etwa diesem hier entspricht,

    kannst du versuchen mit 2 Motoren der 5xx-er Baugröße und dem entsprechenden 10 Ah - 3,7 Volt LIo Akku, oder einer 3,2 V -10Ah LFP-Zelle das Boot versuchsweise in Betrieb nehmen.


    Möglicherweise erreichst du damit ja schon die lt. Anbieter beschriebene Geschw. von 50 m/min ( = 3 km/h ).


    Viel Spaß beim Bauen und Fahren wünscht Dir

    M.f.G. Jörg :wink:

  • Letztlich ist es der Überlegung wert, ist es (un-)wirtschaftlich mit unbekanntem Ziel zu investieren oder minimiert man das Risiko und kauft bedarfsgerecht neu!?!


    SORRY, falls ich mit meinen Aussagen Deine Euphorie gedämpft habe. Ich denke eine kritische Betrachtung kann Dich in Deiner Entscheidungsfindung nur bestärken.

    Danke für Deine Anregungen und Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit.

    Da ich seit über 40Jahren angele und Fische fange (auch ohne Boot ;) brauche ich jetzt auch keins. Und wenn doch, könnte ich mir für das Geld, was ich ausgeben werde, ein schönes Boot kaufen. Darum geht es mir aber nicht. Die Technik fasziniert mich, ich will es bauen (und wissen wie es geht); egal ob ich das Boot dann zum Angeln benutze oder die gewonnenen Erfahrungen dazu um ein neues Boot zu bauen…

    So ein Pumpenantrieb ist ja schon mal furchtbar interessant, wenn wir es schaffen ihm seine Geheimnisse zu entlocken, kann ich beim nächsten Boot vielleicht einen besseren (ein)bauen :)

    Hier erst mal paar technische Daten:

    Boot

    f72c710901c642a7-2.jpg


    680mm x 210mm; Rumpfhöhe: 120mm

    Gewicht: 2,3kg + 0,5kg Zuladung

    angestrebte Geschwindigkeit: 50m/min oder schneller ;)


    IMG_20230325_121505_861.jpg

    Antrieb (Pumpenhaus) Ø 36mm x 18mm

    zeichnungPumpenhaus.png


    Die Pumpen-Schaufel-Räder haben einen Durchmesser von 34mm und sind 13mm hoch

    IMG_20230325_121540_628.jpg


    IMG_20230325_121515_096.jpg


    Der Ausgang ist 20mm breit und 18mm hoch

    IMG_20230325_123223_208.jpg


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    der andere Kram:

    IMG_20230325_123349_301.jpg


    Das Boot soll eine 6V Anlage bekommen.

    Käptn Graubeer hat einen 5400U/min Motor vorgeschlagen - bei eine Untersetzung von 2,77:1 komme ich auf knapp 2000U/min… was wohl zu viel für die Plaste-Schaufeln sein wird :???: -aber wir haben ja noch PWM-Fahrregler

  • Hallo Knut,


    alles zusammen, was Du zeigst und mitgeteilt hast, klingt recht positiv. Ich würde zunächst eine Zeichnung anfertigen, daß Du es verstehst eine Zeichnung zu erstellen hast Du bereits gezeigt, und dann nach Zeichnung einen dazu passenden Motor bestellen (Datenblatt), den Du ggf. zurückgeben kannst.


    Läßt sich der Motor montieren, dann hast Du Gelegenheit die gesamte Anlage, Mechanik, Elektrik und Elektronik zu prüfen. Ist alles i. O. könnte der zweite ggf. auch stärkere Motoren kommen.


    Hau ran!

  • Das Boot soll eine 6V Anlage bekommen.

    Käptn Graubeer hat einen 5400U/min Motor vorgeschlagen - bei eine Untersetzung von 2,77:1 komme ich auf knapp 2000U/min… was wohl zu viel für die Plaste-Schaufeln sein wird :???:

    Ahoi Kurt,

    genauer gesagt habe ich 2 Motorisierungsvorschläge gemacht:


    Der 1. Vorschlag bezog sich auf ein Modell welches deinem ähnlich ist und aktuell mit 5xx-er Motoren an 3,7 V betrieben wird.

    Dieser MaxPower 500 hat eine Lastdrehzahl von 5.400 U/min an 7,2 V oder eine spezif. Leerlaufdrehzahl von 6.700 U/min : 7,2 V = 930 U/V


    Der 2. Vorschlag bezog sich auf dein Modell welches nur mit 3xx-er Motoren bestückt werden kann.

    Dieser MaxPower 450 hat eine Lastdrehzahl von 9.500 U/min an 12 V oder eine spezif. Leerlaufdrehzahl von 11.500 U/min : 12 V = 960 U/V


    Danach schriebst du hier das es noch eine Getriebeübesetzung mit i = 2,77 gibt.


    Ein entscheidender Hinweis ist aber noch offen:

    Wie viele Zellen passen in das Batteriefach ?


    Wenn hier 4 Mignon oder 4 Babyzellen eingelegt werden können, dann kann man von einer Motorspannung von 6 V ausgehen.


    Wenn du Zweifel an der Drehzahlfestigkeit deiner Antriebsschaufeln in den beiden Kreiselpumpen hast, so bleibt hier mangels Daten aus der entsprechenden Anleitung nur eine Schätzung. Oder ein Versuchsaufbau mit einem regelbaren Netzgerät, einem Drehzahlmesser und einer Wasserwanne.


    Natürlich könnte man aus deinen gemessenen Geometriedaten der Kreiselpumpen die Antriebsleistung grob schätzen, aber das Ergebnis rechtfertigt nicht einmal den Zeitaufwand dafür, denn es ergäben sich keinerlei Hinweise auf die Standfestigkeit in Abhängigkeit von der Betriebsdrehzahl. Welche ebenfalls nicht bekannt ist.


    Kurzum:

    Die beste Vorgehensweise sind einige Versuche mit dem vorgeschlagenen 300er Motor an variablen Spannungswerten, bis das Boot eine Geschwindigkeit von ca. 3 km/h erreicht. Der so ermittelte Spannungswert kann anschließend als Grundlage für die Akkuwahl dienen.


    M.f.G. Jörg

  • Hallo,

    hier mal ein Update… und paar Fragen habe ich auch.

    Der Antrieb ist fertig, der Werkzeugmacher hat mir eine Träger-Platte gebaut und ich habe die Zahnriemenscheiben passend gemacht. Der Peter mit seiner Kreiselpumpe -> Kreiselpumpe im Eigenbau hat mir die Angst vor den hohen Drehzahlen genommen; deshalb habe ich mich für MABUCHI RS-380SH-4528 Motoren entschieden. Die Regler habe ich für'n Appel und'n Ei bekommen und die tun's :) Als Empfänger kommt ein FS-X6B zum Einsatz welcher, mit OpenI6X auf der FS-I6X, einen guten Eindruck macht. Bordspannung 6V aus LiFePO4.


    IMG_20230425_194608_044.jpg

    Jetzt möchte ich die Stevenrohre mit Schmiernippeln versehen. Was für Schmiernippel / Fettpressen sind im Modellbau gebräuchlich? Was würdet ihr empfehlen? Als Fett würde ich Vaseline nehmen -oder?

  • Jetzt möchte ich die Stevenrohre mit Schmiernippeln versehen. Was für Schmiernippel / Fettpressen sind im Modellbau gebräuchlich?

    Moin Knut,

    als Schmiernippel oder -röhrchen dienen 20 mm x D4 mm Messingrohrstücke mit ca 60 mm langen 6 / 4 er PVC Schläuchen aus dem Aquariumzubehör.


    Als Fett würde ich Vaseline nehmen -oder?

    Als Schmierstoff kann man Vaseline nehmen, wenn die Wellendrehzahl unter 4.000 U/min liegt. Darüber kann die halbe Wellenleistung schon mal als Wärme ( ==> Rührleistung ) verloren gehen.


    M.f.G. Jörg

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