Gibt es Meinungen zu Heißdampfzylinderöl ?

  • Kenne bisher nur das Regner. Kennt jemand ein anderes Heißdampfzylinderöl ?

    Könnte das auch durch ein KFZ Öl ersetzt werden ?

    Bin gespannt auf eure Antworten

    Grüße an die Echtdampfkapitäne


    Martin

  • Hi,


    ich kenne Modellbauer, die fahren mit Olivenöl. Zwengs Umweltschutz. Ich habe aber keine Ahnung, ob das dauerhaft was ist.

    Andreas

    Wenn, dann aber nicht das kalt gepresste. Da ist der Rauchpunkt viel zu niedrig.

    Gruß Achim


    HoTT Mx12 - Mx20 - Mc20 - Radiomaster TX16S

    Georg Breusing (Werftaufenthalt), Cap San Diego, Southampton Tug (gepimpt),

    Feuerwehrschiff, Goliath (jeweils 2mot. 160cm Schaffer-Rumpf),

    Aeronaut Victoria, Aeronaut Princess, Aeronaut ANNA 3, Robbe St.Germain,

    Micro Magic, Colin Archer Pipi, Seawind,

    ein paar Flieger.
    http://www.mfsv-bs.de/

  • Hallo Martin,

    ich bin jahrelang mit Olivenöl gefahren - ja es macht ein gutes Gewissen und wenn mit dem Abdampf unvermeidbar einige Tröpfchen in das Wasser gelangen ist das wohl kein großes Problem. Allerdings ist die Verwendung im Verdrängungsöler problematisch da durch die niedrige Viskosität des Olivenöls das Einstellen schwierig ist.

    Meine Dampfmaschine wurde mittels einer kleinen Ratschenkolbenölpumpe mit dem Olivenöl versorgt.

    Da solche kleine Pumpen auch problematisch sind habe ich meine Maschine auf ölfreien Betrieb umgebaut durch

    den Einsatz von PTFE Kolben und PTFE Schiebern . Spezielle Heißdampföle sind bei unseren kleinen Naßdampfmaschinen nicht unbedingt notwendig , beim Betrieb mit überhitztem Dampf und höheren Leistungen schon. Die Lagerstellen der Maschine ( Kurbelwelle, Pleuel,Kreuzkopf, Gleitbahn, Kolbenstangenführung, Excenter, Kulissen, Gleitstein usw.) freuen sich auch auf Öl aus dem Kfzbereich.

    Beste Grüße

    Bernhard

  • Verwende bisher das Öl von Regner. Ein Öler sorgt dafür, das dem Zylinder stets ein Tropfen Öl zugeführt wird. Der Abdampf wird in Schornstein geführt. Dort wird über ein Gewebe das Ölwassergemisch in Sammelbehälter geführt.

    Der Behälter ist meist mit einer „Ölschlammschicht“ belegt.

    Habe ein altes Dampföl das heller und ich meine auch dünner ist als das Regneröl. Von Olivenöl habe ich noch nix gehört.

    Der Schlamm ist klebrig, die Reinigung des des Behälters nur mit einem kleiner Bürste hinzubekommen. Darum die Erfahrungsfrage

    Grüße


    Martin

  • Hallo Dampfer,


    Für meine Maschinen nehme ich gerne das Nassdampföl von Fuchs. https://www.fuchs.com/de/de/pr…ct/149085-RENOLIN-CH-500/

    Es ist bis Dampftemperaturen bis 340 Grad geeignet. Es haftet sehr gut. Durch beimischen eines unlegierten SAE 30 Maschinenöl mache ich es etwas niedrigviskoser.

    Daher auch bei meinen historischen Maschinchen ohne kontinuierlicher Schmiereinrichtung geeignet.


    Tipp: denke mal ihr werdet nicht gleich die Fassware bestellen. Nehmt ein leeres Marmeladenglas mit zur Museumsbahn. Kleine Schmalspurloks sind überwiegend Nassdampfmaschinen. Fragt lieb mal beim Lokpersonal nach und steckt was in die Trinkgeldkasse.


    Nachtrag: Mir war bisher nicht bewusst, dass man mit Olivenöl Maschinen schmieren kann. Ich habe im Urlaub mal eine fürchterlich quietschende Tür aufm Campingplatz damit geschmiert. Und selbst da hat es nur hinlänglich getaugt.


    Gruß

    Harry

  • Hallo Martin,


    in meinem Nachbarthread "Dampfkessel von Regener" bin auch auf die Dampföl-Frage gestoßen. Kurz mein Post dazu:


    Nach einigen Telefonaten mit meinen ehemaligen Kunden aus der Industrie bin ich jetzt mit den Schmiermitteln ein ganzes Stück weiter:


    - das Heißdampföl (das braune, zählflüssig und klebrige) ist für echte Dampfmaschinen konzipiert nach DIN 51510. Dessen Spezifikationen erreichen wir in der Modellwelt überhaupt nicht ! Von der hohen Temperatur her allerhöchstens kurzzeitig in einem Modell-Überhitzerrohr das in oder am Rand einer Gasflamme liegt nachdem der Dampfregler geschlossen wurde. Dann geht bei Dampfstillstand aber auch recht schnell die Temperatur dort weit über 550°C was keine Ölsorte mehr aushält und zerfällt. Damit das im Modellbereich überhaupt schmiert wird es etwas mit technischen Emulgatoren versetzt.


    - für alle Naßdampf und Heißdampf Anwendungen bis 280°C ist das Getriebeöl DIN ISO 220 genau das Richtige weil klar bessere Schmiereigenschaften, gleichmässigeres Dampfgemisch und kein Verkleben. Angewendet wird es z.B. von Vilesco, allerdings vertrieben in 'homöopatischen' Dosen zu einem Literpreis über 250,- €. Hier erhältlich im Versand für 4,60 € pro Liter (im 5 Liter Kanister). Hab' ich jetzt bestellt.


    Generell empfielt sich eine Beimischung von geringen Mengen Emulgator um das Öl besser im Wasserdampf zu verteilen, auch wenn man nicht wie ich (versuchsweise) das Öl schon vorher beimischen will ;--))

    Für weitere Mischungsversuche habe ich Montag einen Beratungstermin bei der Fa. Factorchem, da gibt es eine Vielzahl technischer Emulgatoren.


    VG, Bert

  • Hallo Bert,


    Auf jeden Fall mal ein sehr guter Hinweis. Habe noch altes Öl hier das nicht ganz so dickflüssig oder zäh ist wie das von Regner.

    Im Kondensatbehälter ist echt eine braune Schicht. Muss mal die Abdampfschornsteine zerlegen ob die genauso verklebt sind.

    Wenn weiter bis, darfst deine Ergebnisse gerne mitteilen. Auf Getriebeöl wäre ich nicht gekommen, auch nicht auf einen Zusatz mit Emulgatoren.

    Muss ich mal bei uns im Club diskutieren. Danke auf jeden Fall :fr:


    Martin

  • Ich habe keine Ahnung von Dampfmaschinen aber das Öl in die Umwelt Thema kenne ich von meinem anderen Hobby dem Mountain Bike.


    Unterdessen gibt es etliche Produkte auf dem Markt (Schmieröl, Hydrauliköl, Kettenöl) auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen. Meistens sind es glaub ich High Oleic Sonnenblumen. Die Produkte funktionieren eineandfrei, wenn nicht sogar besser und sind absolut unbedenklich. Vor allem stinken die Hände nicht und gut zur Haut sind sie auch Win-Win!


    Gruss Mathias

  • Schmiermittel sind ein riesiges Thema, auch da hat sich die Technik rasant weiter entwickelt. Hatte heute ein 1,5 stündiges Gespräch mit dem Industrieberater von Shell - Iberica. Ist denke ich für uns Modelldampf - Maschinisten sehr interressant:


    - ideal für unsere Anwendung wäre demnach Turbinen-Öl ! Das kommt unter Anderem bei Dampfturbinen im Original zum Einsatz, auch wegen der dort gebräuchlichen Gleitlager (!) und den für Öl hohen Temperaturen von weit über 300 °C. Könnte man aber auch problemlos bis hinunter zu Raumtemperatur verwenden da tixotrop: das heißt das Öl ist dickflüssig und läuft von senkrechten Wänden nicht ab, wird durch Bewegen (z.B. Umrühren) aber dünnflüssig. (wird für das Anlaufen der kalten Turbinen benötigt). Nachteil: gibt es nicht für den Einzelhandel (zumindest bei Shell) und nicht in kleinen Gebinden (und es ist teuer). Chemisch ist das weit weg vom


    - Heißdampföl (Zitat: wurde als 'primitives Öl der Altvorderen bezeichnet' ;--)). Dessen einzige gute Eigenschaft ist seine hohe Betriebstemperatur von ca. 350 °C. Da ist es dann auch dünnflüssig und schmiert einigermaßen und besonders schlecht unter Druck im Vergleich zu


    - Getriebeölen, die besonders für höhere Drücke, Druckbelastungen und Scherbeanspruchungen gebaut sind, wie bei Gleitlagern und Zahnrädern üblich. Und das im Regelfall für alle Temperaturbereiche aber nur bis maximal etwa 280 bis 290°C


    - interressant sind auch Hydrauliköle. Die sind von null für bis zu extrem hohen Drücken geeignet bei eher mittelmässigen Schmiereigenschaften (für uns allemal ausreichend). Neben Sorten mit extra demulgierendem Verhalten gibt es sie auch bereitsfertig eingestellt mit gutem Emulgierverhalten (Mischbarkeit mit Wasser, guter Wasseraufnahme) Außerdem gibt es sie günstig im 5 Liter Gebinde überall im Handel.


    Habe sogar 2 verschiedene Hydrauliköle in der Werkstatt, allerdings vom demulgierenden Typ. Möchte noch technische Emulgatoren kaufen und sobald vorhanden kommt dieses Öl dann neben Getriebeöl auch in meine Versuche.


    VG, Bert

  • Hallo Peter,


    sehr interressant dein letzter Post !


    Bitte 3 Punkte dazu:

    - die Frage ist, inwieweit Erfahrungen aus Großanlagen auf unsere Miniaturen übertragbar sind

    - meine Idee beruht auf der Anwendung von technischen Emulgatoren, dies ist da nicht berücksichtigt

    - bei mir kommt kalkfreies Wasser mit Oxidations-Inhibitoren zum Einsatz, daher kein Kesselstein


    Ich warte zur Zeit auf die Lieferung einer Endoskopkamera um das Kesselinnere vor und wärend meiner Versuche zu dokumentieren.

    Sobald die Vorher-Bilder gemacht sind geht's los mit meinen praktischen Versuchen.


    (siehe bitte auch meinen Thread 'Speisewasser-Gemisch' im Dampfforum.info)


    Grüße, Bert

  • Für den ungebildeten Laien. Was macht das Heissdampföl ? Schmieren und rauchen? Oder nur schmieren?

    :mattes:
    S-38 Schaffer a.D in Reserveflotte verholt, getauscht gegen Motorenhandbuch KM
    Adolph Bermpohl mit Vegesack ohne FST Standmodell
    Pegasus 3 Fahrbereit mit Sonderfunktionen
    Dickie Polizeiboot Umbau neue FST fahrbereit
    Dickie Löschboot Umbau neue FST fahrbereit
    Zerstörer Schleswig Holstein ( Standmodell) Eigenbau nach Original Werftplan 1:100
    Zerstörer Schleswig Holstein ( Standmodell )Udos Modellwerft 1:100
    EGV Frankfurt am Main 1:100 fertig
    Planung beginnt Fregatte Schleswig-Holstein,

  • Danke. Ich hing im Bereich „ Hochdruck-Heissdampf“ fest und konnte das nicht mit einem Modell verbinden.

    :mattes:
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  • Alle Öle schmieren unter Druck und dafür gibt es etliche wesentlich Bessere.

    Viele Leute haben den Irrglauben ein Öl schmiert umso 'besser' je dickflüssiger es ist. Seit der letzten 80 Jahre falsch !

    Vereinfacht gesagt, es kommt drauf an unter welchen Bedingungen der Schmierfilm reißt und da sind die meisten dünnen Typen vorn.


    Heißdampföl hat seinen einzigen Vorteil bei Temperaturen über 350 ° C.


    Grüße, Bert

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