Ist ein kommender 2 m Katamaran thematisch hier passend platziert ?

  • Desaster strikes ! !


    Erstes Aufriggen geht zunächst nach Plan voran; jedoch stellt sich hierbei heraus, dass die Torsionssicherung zwischen den Rumpfsegmenten den auftretenden Kräften (kleine Hebelarme) nicht gewachsen ist:


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    Wie man unschwer erkennt, stehen die Rümpfe auf ziemlich „wackeligen Füßen“.


    Suche nach Ursachen:

    • Die Verbindungen selbst (3 mm bzw. 5 mm Stahldraht) sind beliebig starr, also „unschuldig“.
    • Jedoch: Deren Aluhülsen im Inneren der Rumpfsegmente (Styrodur), komprimieren diesen (doch recht weichen) Werkstoff, es werden kleine Aushöhlungen generiert, in welchen sich letztlich diese Aluhülsen bewegen können à tordierende Rumpfsegmente.

    Somit Nachdenken angesagt !


    Lösung (nicht ganz so elegant): Beidseitige externe Verbindungselemente zwischen den Rumpfsegmenten.


    Material: 2 mm Sperrholz.


    Prinzip (beidseitig pro Rumpf):

    • Aufgeharzte Basisplatten (110 mm x 110 mm) welche jeweils bis zu der Fuge zwischen den Rumpfsegmente reichen.
    • Kleinere darüberliegende Verbindungsplatte (200 mm x 100 mm), welches diese Basisplatten überdeckt.

    Pro Verbindung zwischen Rumpfsegmenten wird dieses Ensemble (quasi von oben gesehen):

    • Äußere Verbindungsplatte
    • Äußere Basisplatte
    • Rumpf
    • Innere Basisplatte
    • Innere Verbindungsplatte

    durch je acht Schrauben M5 x 110 mm starr verbunden.


    Das nachfolgende Bild zeigt diese Elemente:


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    Die inneren beiden Basisplatten sind auf das jeweilige Rumpfsegment geharzt und die kleinere äußere Verbindungsplatte wird auf die Basisplatten aufgeschraubt.


    Herstellung:

    Diese Platten werden jeweils als Triplett gefertigt, da keine CNC-Maschine zum Setzen der Bohrungen zur Verfügung steht und fast zwangsläufig Abweichungen zwischen deren Positionen im Bereich von (einigen 1/10 mm) auftreten können.


    Daher auch deren zwischenzeitliche Nomenklatur (obiges Beispiel):


    Ba He I H        Backbord Heck Innere Hintere Basisplatte


    Ba He I V        Backbord Heck Innere Vordere Basisplatte


    Ba He I           Backbord Heck Innere Verbindungsplatte


    Ansonsten würden die Platten nach deren Aufharzen auf die Rümpfe nimmer mehr zueinander passen.


    Mechanisches Spiel darf hier nicht auftreten, ansonsten würden die Rumpfsegmente nicht spaltfrei zu einander fixierbar sein.


    Die Ränder dieser Bohrungen für die M5 Schrauben werden vor Montage der Platten mit je einem kleinen Tropfen Sekundenkleber verstärkt, um deren Durchmesser zu erhalten.


    In Summe: Nicht eben die eleganteste Lösung, aber die Cap Negret ist bekanntlich ein reines Zweckmodell.


    Über die Osterfeiertage wird diese Problemlösung implementiert und nach Lackierarbeiten wird man diese zusätzlichen externen Elemente ob deren dunkelblaue Farbe kaum erkennen (Prinzip Hoffnung).


    Zurück zum Thema „Erstes Aufriggen“:


    Funktioniert überraschend problemlos:

    • Auffädeln des Großsegels samt Gaffel
    • Aufziehen der Fock
    • Letzte Takelschnüre sind dimensioniert und werden beim nächsten Aufriggen (Samstag) eingebaut

    Der Baumniederholer (45 mm Spannschloss) funktioniert wie vorgesehen; dessen Enden am Großbaum bzw. am Mast können nun mit Epoxy final befestigt werden.


    Letztlich fehlen noch Dimensionierung sowie Anschlüsse für Großschot und Fockschot zu den jeweiligen Segelwinden; dies erfolgt im Rahmen des nächsten Aufriggens.


    Bin wieder im Zeitplan !



    Bis Sonntag,


    Grüße



    Volker

  • Schau mal in der Rubrik " Segelboote " , da hat Iring von Seinem Urlaub am Meer berichtet.

    Gruß, Manfred


  • Servus,


    danke euch !


    17 kg sind schon heftig ! Die Meine muss rein transporttechnisch viel leichter bleiben (bewegt sich im 5 kg-Bereich); ansonsten wird es wegen der max. Koffermasse (23 kg) problematisch.


    Desweiteren werde ich - zumindest erstmal - nur bei kleinen Beauforts unterwegs sein und dies zunächst bei auflandigem Wind (keine Bucht und das Mittelmeer ist auch recht groß).


    Kentern bei ablandigem Wind und kein Boot weit und breit: Drohender Totalverlust.


    Habe einen GPS-Tracker aus einem meiner Segelflugmodellen dabei; damit kann man sich hinterher dieses wirre Knäuel anschauen, was man tagsüber gefahren ist.


    Dazu noch eine GoPro Hero 4 Session als Bordkamera (just 4 fun).


    Grüße


    Volker

  • Mission accomplished !



    Die Sache mit den äußeren Verbindungsplatten funktioniert bestens. Die beidseitig geführten 5 mm Querbohrungen durch diese Platten erzeugen innerhalb der Rümpfe Kanäle, durch welche zunächst eine M5 Gewindestange gezogen wird (Ausräumen dieser Kanäle).


    Anschließend lassen sich die verbindenden M5 x 110 mm Inbusschrauben problemlos durchstecken.


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    Sieht gar nicht soooo schlecht aus; könnte fast als „war immer so geplant“ durchgehen.


    Hier und da muss noch Farbe auf die Kanten der Verbindungsplatten aufgetragen werden (Abteilung „Kosmetik“). Die inneren Platten benötigen auch noch einen zweiten Anstrich.


    Man könnte auf die Abdeckungen der "Maschinenräume" verbliebene Stücke des Deckfurnier aufharzen und lackieren; diese hellen Platten gefallen mir irgendwie nicht recht.


    Auf jeden Fall sind die Rumpfsegmente nun fest miteinander verbunden, sodass auch Lastvariationen aufgrund von Dünung problemlos aufgefangen werden.


    Morgen (Montag) soll es angeblich regnen; da wird das finale Aufriggen wohl drinnen erfolgen müssen.


    Für Donnerstag ist nun kein Regen mehr vorhergesagt, sodass die erste Probefahrt nach Plan erfolgen kann.



    Bis denne also,


    viele Grüße


    Volker

  • Servus Jörg,


    habe noch acht Aluwinkel mit Länge = Deckbreite.


    Kann gut sein, dass ich diese beidseitig zu den Vierkanthülsen auf Deck noch anbringen werden (tief in den Rumpfsegmenten verschraubt).


    Ansonsten lägen alle Lasten ausschließlich auf den Klebeflächen (ist mir nicht ganz behaglich).

    UHU-Plus Endfest 300 ist schon gut, aber zusätzliche mechanische Verstärkungen sind bestimmt nicht schlecht, auch wenn es dann an Deck "a bissl heftiger" ausschaut.

  • habe noch acht Aluwinkel mit Länge = Deckbreite.


    Kann gut sein, dass ich diese beidseitig zu den Vierkanthülsen auf Deck noch anbringen werden (tief in den Rumpfsegmenten verschraubt).

    Ahoi Volker,

    ich dachte eher an Diagonalstreben,, Knotenbleche, u.ä.


    Deine Konstruktion mag zwar für Glattwasser noch hinreichend sein. Aber sobald ein paar Wellen auftauchen, entstehen Kräfte die punktuell an den Schwimmern vorne, mittig, hinten, links und rechts im Wechsel, einzeln und in Kombination angreifen werden.


    Ganz zu schweigen von den Druck- und Zugkräften durch Mast und Segel.

  • Servus Jörg,


    in der Tat werden bei Wellengang pro Befestigungspunkt mehr oder minder stark variierende Kräfte in allen sechs Freiheitsgraden (3 x linear plus 3 x Rotation) eingeleitet.


    Muss da nochmal in mich gehen; ist ja noch nicht zu spät !

  • Fertigstellung Cap Negret :juhu:


    Dies werden die letzten Bilder im aktuellen Thema sein.


    Für die nun anstehende Erprobung im lokalen Olchinger See (Montag) sowie für den Betrieb im Mittelmeer (ab 25. April) wird ein neues Thema eröffnet.


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    Die Fock wird am Wochenende noch um einige Zentimeter nach unten versetzt.


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    Das im Vordergrund befindliche namenlose Modell war mein bisheriger treuer Urlaubsbegleiter; sehr schöne Fahrten mit hohem Erinnerungswert (u.a.):

    • Lago Maggiore (Isola dei Pescatore)
    • Antholzer See (Ostufer)

    Wie die Cap Negret konnte bereits dieser „Kleine“ (80 cm Masthöhe) in seine Komponenten zerlegt werden; Transport samt Sender in einer normalen Einkaufstüte:yes3:.


    Ähnliches wurde vor ca. 25 Jahren mit einem ebenfalls zerlegbaren 1,5 m Motorsegler in den USA durchgezogen, wo herrliche Flüge im / an der:

    • Grand Canyon
    • Valley of the Gods
    • Zion Park
    • Arches Park
    • Moab
    • Pazifikküste (Mt. Tamalpais Park und Torrey Pines)

    durchgeführt wurden .


    Transport mit Sender, Ladegerät, etc. ebenfalls im normalen Koffer.


    Lediglich das Security-Personal an einigen US-Flughäfen kratzte sich ab und an hilflos am Kopf ob dieser Ausrüstung; war aber letztlich nie ein größeres Problem.

    Bis zum nächsten Wochenende, nach hoffentlich erfolgreicher erster Erprobung :w1: .


    Letztlich - wie geplant - keine maritime Schönheit, sondern ein reines Zweckmodell !


    Viele Grüße in die Runde



    Volker

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