Crazy Classic in Bubinga - Baubericht

  • Hallo zusammen,


    diesmal geht es um die Crazy Classic der Miniwerft. Ich wollte mal wieder ein Boot mit einer Beplankung machen. Wobei das Design der Crazy Classic ja gar nicht so klassisch ist. Als Holz habe ich mich für Bubinga entschieden. Andere Hölzer sind auch schön, aber mit Mahagoni oder Nußbaum habe ich schon öfter gearbeitet. Ich habe dann später erfahren, dass das Boot der Miniwerft genau mit diesem Holz gebaut ist. Sieht toll aus. Ich habe dann den Bausatz komplett mit Beschlagsatz, Welle, Ruder und Motor bestellt und vor einigen Tagen bekommen. Ganz schön viele Teile, aber das Boot ist ja auch etwas größer, als die bisherigen, die ich von der Miniwerft gebaut habe.


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    Weihnachten war also dieses Jahr etwas früher für mich.


    Ich möchte wieder so viel wie möglich mit Leim arbeiten, ich bin gegen Isocyanate allergisch und kann das Zeug leider nur mit Atemschutzmaske verarbeiten. Das heißt eben mit Zwingen zu arbeiten und es geht auch etwas langsamer. Ich verwende Leim von Titebond III Ultimate, der hat eine relativ lange offener Zeit und lässt sich hinterher gut schleifen.


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    Die Seitenwände der hinteren Kabine habe ich vorgebogen: in Wasser ca. 1h Einweichen, dann mit Bügeleisen vorsichtig biegen. Ohne lässt sich das Caiba nicht richtig biegen und bricht leicht.


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    In die vordere Kabine werden die Verkleidungen aus dem Edelholz jetzt schon eingebaut. Das ist immer so eine Sache, wie gut man später zum Lackieren hinkommt. Im Zweifelsfall würde ich versuchen die Teile zum nachträglichen Einbau vorzubereiten. Da die Kabinen aber offen sind, sollte es auch so funktionieren. Wenn man später alles mit Kunstleder bezieht ist es egal. Die Option halte ich mir noch offen.


    Jedenfalls habe ich zum ersten Mal mit dem Bubinga Bekanntschaft gemacht, indem ich die Furnierplatten vor Einbau verschleifen wollte. Gar nicht so leicht, das Holz ist ziemlich hart und die Oberfläche etwas rau. Vermutlich vom Sägen, da entstehen anscheinend so kleine Risse im Holz, die konnte ich gar nicht ganz heraus schleifen. Ich arbeite mit 120, 150 und 240er Schleifpapier und Schleifklotz. Ich denke, bzw. hoffe aber, dass man das nach der Lackierung nicht mehr sieht.


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    Ein kleiner Nachteil beim Verleimen von Sperrholzkonstruktionen dieser Art ist, dass man immer alles einmal zusammenstecken muss, dann wieder auseinandernehmen, Leim auftragen und dann wieder mit Zwingen, Klammern etc. fixieren. Nach 30min ist alles fest. Das ist natürlich ein klarer Vorteil von Sekundenkleber, den lässt man einfach in die Fugen und Ritzen reinlaufen und fertig. Bei der seitlichen Verstrebung auf dem nächsten Bild musste ich erstmal herausfinden, wie die eingepasst wird: von unten seitlich eindrehen. In der hinteren Spante ist dafür eine Aussparung, der Konstrukteur hat an alles gedacht, Klasse!


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    In den nächsten Tagen gehts weiter, immer Stück für Stück.

  • Damit ist das Rumpfgerüst des Bootes fast fertig. Fehlen noch die hinteren Teile aus ABS Resin, die habe ich erstmal nur hingehalten. Zusammen mit dem Heckspiegel passen die schon mal recht gut.

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    Dann habe ich mich entschieden die Edelholzteile für die beiden Kabinen schon einzubauen. Nach Bauplan kommen die erst später, nach dem Deck. Aber jetzt komme ich mit den Klammern noch gut überall hin. Die beiden Teile für die hintere Kabine musste ich wieder entsprechend biegen. Wenn man sie wässert biegen sie sich erstmal in die selbe Richtung, sind dann aber so flexibel, dass sie sich in jede Richtung biegen lassen (quer zu Maserung).


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    Die Frontklappe unter dem Armaturenbrett ist aus demselben Stück, schönes Detail, die Maserung ist durchgängig.

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    Bei der Rückseite musste ich wieder ziemlich schleifen, damit die Unebenheiten verschwinden. Von links nach rechts, zuerst mit 120er, dann 180er, am Schluß 240er.

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    Dann habe ich alles eingebaut. Dabei habe ich das obige Furnierstück vor lauter Begeisterung in die vordere Kabine als Rückwand eingeleimt. Dabei gehört es in die hinteren Kabine, hat auch dasselbe Format. Steht ja auch so in der Anleitung, man muss nur lesen.

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    In diesem Sinne frohe Weihnachten!

  • Hi Alex,

    das sieht super aus und wird ein Hingucker.

    Keine Sorge, die Unebenheiten im Bubinga siehst Du hinterher nicht mehr.

    Ich habe auch die Crazy in Bubinga gebaut. Ist ein sehr schönes Holz.

    Beim Beplanken musst Du etwas aufpassen. Bubinga ist leider sehr spröde und die Leisten können leicht beim schneiden brechen.


    Viel Spaß auf jeden Fall beim Bauen.

    Ich bin gespannt wie es bei Dir weitergeht.

  • Hallo Dirk,


    Danke, das beruhigt mich. So gerne schleife ich nun auch wieder nicht. Inzwischen habe ich das Gerüst einmal mit Miposeal gestrichen, auch die schon eingebauten Bubingateile. Sieht soweit schon mal gut aus.


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    Dann habe ich probehalber Deck und Bordwände angelegt, um zu sehen, wie die mit den Resin-Teilen zusammen gehen. Soweit ok. Nur bei den beiden seitlichen Teilen, die verbunden werden müssen, passt es noch nicht ganz, siehe Bilder.


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    Ich habe mir überlegt, zuerst die hinteren Teile einzubauen und am Heckspiegel auszurichten. Dann die Bordwände und danach erst das zweite Teildaran ausgerichtet. Den Rest muss ich halt angleichen, wobei sich das ABS Resin hervorragend bearbeiten lässt.

  • Als nächstes kam der Rumpf an die Reihe. An der Stelle bin dann zum Sekundenkleber zurückgekehrt. Es ist damit viel einfacher als als mit Leim. Das mit dem Klammern oder Zwingen setzten ist da gar nicht so leicht. Den Bereich um den Bug hab ich nur soweit abgeschrägt, dass von der Kontur noch ca. 0.5mm stehen bleiben. Zwischen dem 1. und 2. Spant liegt der Rumpf nicht ganz an der Querstrebe an. Das hätte ich mit etwas sanfter Gewalt andrücken können, hab's dann aber gelassen. Die Bordwand drückt das später noch etwas an, bzw. da kommt ja noch der Streifen für die Wasserkante.


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    An der Stelle habe ich dann die Welle und den Motor montiert. Ist ein SSS 3674 KV1100. Dreht mit 4S "perfekte 16.000 U", da habe ich mich komplett auf die Empfehlung von Gernot verlassen. Passt einwandfrei in das Boot, ich habe nur die Motorwelle und die Schiffswelle selbst um jeweils 2mm gekürzt, damit sie schön in der Mitte des Sichtfensters liegen und dabei etwas Abstand haben. In dem Beipackzettel der Welle ist das alles gut beschrieben. Die Aussparung in dem Dreieck am Rumpf passt perfekt, ich musste überhaupt nichts anpassen. Nur am 1. Motorspant habe ich etwas ausgeschliffen, damit der Neigungswinkel des Kupplungsflansch dem des Spants entspricht. Soll heißen plan aufliegt. Eingeklebt wie üblich mit 5 min Epoxy. Das Ruder habe ich auch eingeklebt, die Hülse passt genau in die vorgesehen Löcher und das Ruder steht senkrecht. Sprich die hintere Rumpfplatte ist an der richtigen Position.


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    Dann habe ich den Streifen für die Wasserkante eingeklebt. Vorne hab ich den Streifen auf dem Rumpf auslaufen lassen. Der Streifen geht ca 1,5 cm über den 1. Spant hinaus. Das ist er schon fast parallel mit dem Rumpf. Hinten habe ich mich an der Außenkante der Spanten orientiert. Dabei hat sich ein kleiner Spalt zum Rumpf ergeben, am hinteren Ende ca. 2mm. Das habe ich mit einem Rest Lindenholzleiste ausgeglichen. Sollte wohl nicht sein, vermutlich habe ich an der unteren Rumpfkante an einer Stelle etwas zuviel geschliffen, da reichen in der Mitte 0,5mm damit am Ende 2mm daraus werden. Ist aber kein Problem, die Abstände passen überall und sind auf beiden Seiten gleich. Und die Welle ist in der Mitte wo sie hingehört.

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    Am Schuß habe ich den Heckspiegel eingeklebt. Nach Bauplan soll der jetzt schon - vor dem Einkleben - beplankt werden. Mach ich doch gerne, da sieht man schon mal wie das später aussieht.

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  • Jetzt kommen die Bordwände an die Reihe. Zuerst habe ich die Spanten inklusive der Leiste für die Wasserkante angepasst ("gestrakt"). Da ist Sperrholz ganz praktisch, man sieht an den Schichten wie weit man schon geschliffen hat. Ich lasse immer 1 Schicht stehen (bei 3), das reicht als Auflage. Vorne läuft die Leiste jetzt schön am Bug aus.


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    Das Verkleben habe ich mit Sekundenkleber gemacht. Wie schon oben gesagt, ist viel einfacher als mit Leim und Zwingen. Beim Anlegen habe ich gesehen, dass je nachdem wie man die Wände anlegt, vorne und hinten unten etwas übersteht, dafür in der Mitte des Bootes oben etwas übersteht. Das sind unten an den Enden so 2 mm, dasselbe in der Mitte oben auf Deckseite. Siehe Bilder. Das Gute ist, dass die Bordwände großzügig dimensioniert sind, also eine gewisse Toleranz zulassen. Das lässt sich später leicht abschleifen.

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    So habe ich es dann auch verklebt. Jetzt siehts allmählich wie ein Boot aus.

  • Inzwischen habe ich auch die hintere Kabinenwand eingeklebt. Gernot hat mir netterweise einen Rest Furnier überlassen.


    Als nächstes habe ich dann die noch fehlenden Resinteile eingeklebt. Die Übergänge sind nicht ganz perfekt, aber das lässt sich verschleifen. Das Deck habe ich dazu auch angelegt, aber noch nicht verklebt.


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    Das Schleifen geht ganz einfach, das Material lässt sich wirklich sehrt gut bearbeiten. Ich habe nur die grobe Kontur geschliffen, die Feinarbeit kommt noch, wenn die Beplankung fertig ist. Dann wird alles miteinander verschliffen.

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    Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt, um Ein- und Auslass für die Kühlwasserschläuche einzubauen. Zuerst wollte ich den Auslass mit so einem schönen externen Auslass aus Alu an der Bordwand machen. Leider kommt man aber fast nicht mehr von innen ran, wenn irgendwas mit dem Schlauch sein sollte. Also kommt beides ganz klassisch in den Rumpfboden. Ich verwende 7/4 mm Silikonschläuche, also habe ich 5,5 mm Messingrohre verwendet. Angeraut und mit 5min Epoxy eingeklebt. Ich habe nur einen Wasserkreislauf installiert, zuerst in den Regler, dann in den Motor und wieder raus. Der Regler ist mir wichtiger, der Motor lässt im Zweifelsfall erstmal in der Leistung nach fall es ihm zu warm werden sollte. Allerdings wird der ja auch durch die direkte Verbindung mit der Welle gekühlt. Sollte nach bisheriger Erfahrung reichen.


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    Bei der Gelegenheit ist mir der Gedanke gekommen, ob die Welle, bzw. der blaue Kupplungsflansch stabil genug eingeklebt ist. Ich habe leider vergessen den ebenfalls etwas an den Klebestellen anzurauen, nur entfettet. Ich werde sicherheitshalber an der unteren Seite etwas anrauhen und nachkleben.

  • Bevor ich das Deck verklebt habe, habe ich das Boot 1x mit Miposeal gestrichen. Für den ersten Gang mit dem Spantengerüst bin ich mit 70gr (je 35gr Harz und Härter) ausgekommen. Für den zweiten Gang, da gehts ja hauptsächlich um den Innenbereich und die Stellen an die man später nicht mehr rankommt, waren es schon 130gr (2x65gr). Im dritten Gang, nach der Deckmontage sollte das Boot nochmals komplett gestrichen werden, das waren weitere 60gr (2x30). Bleiben mir für den Rest, also das beplankte Boot noch 140gr (2x70gr). Das wird knapp, da werde ich wohl nochmal 2x200gr nachbestellen.


    Das Deck steht etwas über, das habe ich noch abgeschiffen und dann wie schon erwähnt gestrichen.

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    Die Kühlwasser Ein und Auslass abgeschliffen. Von der Innenseite gesehen sind beide auf gleicher Höhe, auf der Unterseite kommen sei versetzt raus.


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    Dann kam die Kabineneinfassung an die Reihe. Zuvor habe ich das ganz Boot leicht angeschliffen.


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    Danach konnte ich endlich mit dem Beplanken beginnen. Die Kalfaterung habe ich nur alle 4-5cm mit einem Tropfen Kleber fixiert. Begonnen wird hinten. Gar nicht so einfach die Planken ohne Fugen aufzukleben. Wobei die Bubingaleisten perfekt geschnitten, besser gesagt gelasert sind. Um meine Finger etwas zu schonen, nehme ich eine kleine Aluleiste zum Andrücken bis der Sekundenkleber anzieht.

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    Am Schluß konnte ich die Finger nicht vom Schleifpapier lassen, um zu sehen wie es geworden ist. Zum Schleifen habe ich die Kalfaterung allerdings mit Sekundenkleber verklebt, damit es mir die Leisten nicht aus Versehen rausreisst. Später mach ich das mit Miposeal, sprich vor dem ersten Schliff wird gestrichen.

  • Hallo Peter,


    ist reine Geschmacksache, hätte ich auch machen können. Ich fand's so schöner. An dem Boot ist die Beplankung immer im 45° angebracht, das wäre mir dann oben am Abschluss zu eng geworden. Aber das ist ja das Schöne an diesem Bausatz, man kann seiner Phantasie freien Lauf lassen.



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    Ich habe eine ganze Weile verschiedene Varianten der Beplankung durchgespielt und bin am Ende bei einer Version gelandet, die der des Bootes der Miniwerft ziemlich ähnlich ist. Eine Rahmenbedingung war für mich, dass die Planken vorne im 45° Winkel auf den Bug laufen. Und hinten von rechts unten nach links oben (siehe Bild), weil das zusammen mit der oberen Decksbeplankung für mich besser aussieht. Aber wie gesagt, ist Geschmacksache.


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    Dann hatte ich ja schon erwähnt, dass ich nicht immer die Planken passgenau hinbekommen habe. Sieht erst so aus, nach dem Schliefen sieht man dann kleine Spalte, bzw. Ritzen. Leider zu eng um sie mit Holz zu schließen. Ich habe dann etwas Miposeal mit Schleifstaub vermischt und die damit gespachtelt. Sieht zuerst wüst aus, weil wenn man die Masse über das Holz zieht, verfärbt es sich sofort (wie beim Streichen halt). Lässt sich aber sehr gut verarbeiten und hinterher ausschleifen. Ich habe zuerst ein kleines Probestück genommen mit verschieden Spaltbreiten. Das Ergebnis ist leider genauso dunkel, wie man es vom Sekundenkleber in Kombination mit Schleifstaub kennt. Ist also kein Allheilmittel, aber für kleine Ungenauigkeiten gehts prima.


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    Ich habe dann an der Seite weitergemacht, weil ich da beim Übergang zum Deck später nicht so viel anpassen muss, als wenn man zuerst das Deck aufbringt. Nur einfach die Seite mit dem Deck plan schleifen. Ich lasse immer etwas überstehen, das säge ich hinterher einfach ab. Sollte eine scharfe und feine Säge sein. Dirk hat's schon obern erwähnt, Bubinga ist recht spröde. Unten an der Wasserkante genauso.


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    Für die Seiten habe ich begonnen, die Stücke vorzufertigen: also grob auf Länge gebracht und an einer Seite die Kalfaterung angebracht. Wenn ich die Stücke dann genau anpasse, wird die gleich mit angepasst.


    Das Klebeband dient dem Schutz der Schiffswelle, bzw. Stevenrohr. Ich habe ein Stück Schaumgummi mit Band angeklebt, damit nichts passiert wenn ich am Boot arbeite.

  • SUPER KLASSE!!!!

    Da entsteht ein weiteres Schmuckstück in deiner Werft.

    Viele Grüße


    Gernot


    http://www.miniwerft.de
    http://www.miniwerft-shop.de


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  • In den letzten Tagen war ich fleißig und habe die Beplankung fertig gemacht. Am den Seiten am Heck habe ich noch einzelne Stücke mittels eine Schablone (das Stück Papier das man auf einem der obigen Bilder sehen kann) angefertigt und dabei gleich die Kalfaterung angeklebt. Das habe ich nächsten Schritt noch etwas effizienter gemacht, ich habe gleich die ganze Leiste so angefertigt. Zwischen zwei alten Aluprofilen eingeklemmt, geht das ganz gut.


    Am Anfang hatte ich etwas Probleme mit dem Sekundenkleber und der Haftung. Normalerweise erwartet man ja, dass Sekundenkleber sofort hält. Wobei "sofort" relativ ist: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Untergrund, Aktivator, Viskosität spielen eine Rolle. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, aber ich meine es kam davon, dass die Leisten durch das Lasern zwar perfekt glatt werden, aber auch etwas verbrennen. Ich meine Gernot hat das irgendwo mal erwähnt, das gutes Sperrholz beim Lasern nicht verbrennt: tut es es das doch, gibt es Probleme mit der Haftung, wenn man das Schwarze nicht vorher abschleift.


    Jedenfalls habe ich die Leisten vorher kurz über Schleifpapier abgezogen, so das die Kante hell wurde. Dann ich mit Aktivator eingesprüht (mehrere Leisten im Bündel, sonst geht das meiste daneben) und mit niedrig viskosen Sekundenkleber verklebt. Alle 1cm ein Tröpfchen. Wobei ich dann auch etwas geduldiger mit dem Halten war. Alles gut. Bis so eine Leiste dann fertig ist dauert es so 4-5min.


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    Jedenfalls geht so das Beplanken relativ schnell. Das Ablängen, bzw. Anpassen habe ich mit einer Tellerschleifmaschine gemacht, einfach den entsprechenden Winkel eingestellt und hingehalten. Bei auf einige wenige Stellen ist das Ende ja offen, steht irgendwo über, wo man es später absägen kann.


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    Vorne habe die Bugspitze "über Kreuz" gemacht. Natürlich ist es schöner, wen man die beiden Planken an der Stelle wo sie zusammenlaufen, entsprechend anpasst. Ist aber auch gar nicht so einfach. Ich mach's immer so, das ich eine Planke anbringe, an der Bugspitze abschleife und dann die gegenüberliegende überstehen lasse. Und das wechselseitig, was gleichzeitig garantiert, dass die Kalfaterung gleichmäßig zusammen passt. Das sieht man nach dem Lackieren fast nicht mehr.


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    So ähnlich ist auch die Vorgehensweise beim Deck. Zuerst die Seiten, Absägen und Schleifen, dann das Deck. Nach drei Tagen war die Beplankung angebracht.


    Einen Baufehler habe ich mir geleistet. Die Planken, bzw. die jeweiligen Abschnitte auf dem Deck sollen ja parallel verlaufen. Genauer gesagt, jeder zweite Abschnitt hat dieselbe Ausrichtung. Wobei der Winkel durch die Kabineneinfassung vorgegeben ist. Jedenfalls hab ich mich bei einem Abschnitt im Winkel um 1° vertan, so das es an einer Stelle nicht ganz parallel läuft. Wenn man es weiss, sieht man es aus der entsprechende Richtung. Egal, ich wollte nicht die Planken wieder runterreissen. Wie haben meine Handwerker immer gesagt, wenn ich was auszusetzen hatte: "ein Fremder sieht das nicht ...". Jetzt gehts ans Schleifen.

  • Jetzt kam das, was ich im Grunde am liebsten mache, das Schleifen von Holz.


    Ich wollte ursprünglich das Boot vor dem Schleifen einmal mit Miposeal einpinseln, damit mir beim Schleifen nicht aus Versehen eine Kalfterung ausreisst. Ist mir schon passiert, kann man zwar reparieren, muss aber nicht sein. Nachdem ich aber alle Leisten mit der Kalfaterung schon vor dem Aufplanken mehr oder weniger durchgängig mit Sekundenkleber verklebt habe, war dieser Zwischenschritt gar nicht mehr notwendig.


    A propos Sekundenkleber: für die Beplankung habe ich insgesamt 10 gr dünnflüssigen Sekundenkleber (Everglue, ist eine preiswerte Alternative zu Pascofix), und für die Leisten selbst 40 gr Pascofix verbraucht. Ich wer mir nicht sicher, ob die 50 gr Flasche Pascofix reichen würde, deshalb die Kombination mit dem anderen Kleber. Wobei ich punktweise verklebe, alle 1-2 cm ein Tropfen Kleber auf das Holz, Leiste drauf und andrücken. Den Rest erledigt dann Miposeal. Das Spantengerüst selbst und einiges andere habe ich ja mit Leim geklebt.


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    Für das erste Schleifen habe ich über einen Tag gebraucht. Das Holz ist echt hart, aber mit 120er und 180er gehts einigermaßen. Mit 2 Bögen von jedem kommt man gut aus. Die Unebenheiten in den Leisten, die ab und zu einfach da sind, konnte ich fast alle rausschleifen. Manchmal ging es auch einfach nicht ganz raus. Da hätte ich viel Material abgeschliffen, ein ziemlicher Aufwand, dafür dass man es hinterher ohnehin nicht mehr sieht. Wichtiger ist schon, dass der ganze Sekundenkleber abgeschliffen ist. Eine Alternative wäre gewesen, die Leisten vorher auszusortieren. Habe ich grob auch gemacht, es ist oft nur auf einer Seite, dann habe ich die Leiste umgedreht. Aber eben nicht immer und ich wusste auch nicht wie weit die Leisten reichen würden. Gernot hat aber ausreichend Leisten in den Bausatz gelegt, das wäre leicht gegangen und immer noch was übriggeblieben.


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    Danach habe ich es alles mit Miposeal satt eingestrichen (2 x 25 gr mit 10 gr Aceton reichen).


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    Irgendwelche Ritzen, die durch das Harz nicht zugehen, werden ich im Anschluß wie oben schon beschrieben spachteln. Viel ist es Gott sei Dank nicht.

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  • Danke Michael. Jetzt sieht man, wie das Holz später rauskommt. Das war auch der Grund warum ich dieses Boot haben wollte. Und das Design auch nicht groß verändert habe.


    Während das Harz trocknet, habe ich etwas gebastelt. Die Windschutzscheibe im Bausatz ist toll, auf den Bildern des Originals (besser der Studie) sieht es etwas anders aus. Das wollte ich ausprobieren. Zuerst habe ich mit Karton etwas gebastelt und dann eine Schablone gebaut.


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    Damit habe einen ersten Versuch gemacht, ob das mit dem Biegen so funktioniert. Grundsätzlich lassen sich die PET Kunststoffplatten gut verarbeiten. Ich habe zufällig eine 1,5mm Platte von Vivak da gehabt. Sägen geht einwandfrei, schneiden mit Schere auch (bei 1,5mm etwas zäh). Das Biegen mit den Föhn braucht wohl etwas Übung. Wenn man die Folien einfach so biegt und heiß macht, wird sie irgendwann weich und knickt sie an einer Stelle einfach ein. Deswegen die Schablone, wobei eine durchgehende Unterlage sicher besser wäre.


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    Mit dem Ergebnis war ich zufrieden, also ging's weiter mit einer ganzen Scheibe. Die hier habe ich einfach ausgeschnitten und unten plan geschliffen.


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    Mit dem schwarzen Keder schaut das schon ganz gut aus. Im Original sind die Enden etwas kürzer und der Winkel steiler. Das hier entspricht eher der Proportion des Scheibe vom Baukasten. Nur eben rund.


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    Nur mit der Befestigung muss ich mir noch etwas einfallen lassen. Leider sieht man die Schrauben vorne etwas überstehen. Und hinten sind die Schrauben, wenn man sie so ins Holz dreht auch sichtbar. Und an den Seiten, dort wo die Scheibe fast senkrecht steht, ist das auch mit dem schräg einschrauben so eine Sache. Mal sehen, ich werde die nächsten Tage noch etwas daran basteln.


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  • Das mit der Form habe noch etwas verbessert und eine durchgehende Unterlage aufgeklebt. Damit sollte sich die PET Folie ohne Knicke in Form bringen lassen. Das ist dann auch gleichzeitig die Schnittvorlage.


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    Dann habe ich ein paar Sachen probiert. Einmal nur mit Keder, die Schrauben tiefer gesetzt. Vorteil ist dass man die Scheibe gleichmäßig auf das Deck drücken kann. Das ändert sich, wenn man die Scheibe hinterlegt, in diesem Fall einfach mit einer Leiste. Vorteil ist hier, dass man Gegendrücken kann und die Schrauben hinten fast nicht mehr sichtbar sind. Nachteil ist, dass die Form der Scheibe genau zur Leiste passen muss.


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    Einmal ohne Keder, dann mit. Dadurch dass der Kader wieder etwas Abstand zur Leiste bringt, sieht man die Schrauben hinten wieder besser.


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    Neuer Versuch, nur mit einer Leiste aus dünnem Sperrholz. Schaut gar nicht so schlecht aus, die würde noch schwarz lackiert werden. Aus Metall wäre sich schön, aber das bekomme ich mit meinen Werkzeugen so nicht so leicht hin.


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    So habe ich die Scheiben in Form gebracht. Dort wo sie gerade bleiben sollen habe ich sie fixiert. Den Rest macht der Föhn. Man muss etwas aufpassen, in dem Moment, wo der Widerstand der Scheibe nachgibt, muss der Föhn weg. Sonst wird's zu heiß. Bei den ersten Versuchen habe festgestellt, das sich sonst die Oberfläche der PET Folie verändert, das sieht man später.


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    Die Scheiben haben die selben Abmessungen wir das Original aus dem Bausatz. Als Abschluss an den Enden habe ich noch aus Edelstahl zwei Ecken angefertigt.


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    Morgen gehts weiter mit der Bastelei.

  • Nachdem die Schrauben von hinten immer irgendwie sichtbar sind, habe ich mich entschlossen die Leiste entsprechend höher zu machen. Ich habe einfach 2 Leisten zusammen geklebt, das passt genau. Hinten etwas abgeschrägt, vorne bleibt die 90° Kante, da soll dann der Keder hinein.


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    Damit schaut es jetzt in etwa so aus wie ich mir es vorgestellt habe. Die Schrauben habe ich alle 3cm gesetzt und nahe an der unteren Kante.

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    Der Keder ist auf gleicher Höhe wie die Holzleiste dahinter und verschwindet netterweise in der Kante.


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    Die endgültige Montage komm erst nach dem Lackieren.

  • Danke Dirk. Manchmal trickse ich auch ein bisschen. Jetzt zum Beispiel: die Kante an der Heckpartie aus dem schwarzen ABS Resin ist leider nicht ganz sauber geworden. Das fällt so nicht auf, aber wenn man dieses Teil später lackiert und eine dünne schwarze Linie stehen lässt - Kalfaterung an den Rändern der Beplankung, wenn man so will - , dann schon. Also habe ich dort eine der schwarzen Streifen aufgeklebt. Hat den Vorteil, dass man die auch nach vorne spitz auslaufen lassen kann. Das schleife ich wieder etwas runter, den Rest wird das Harz ausgleichen. Beim Lackieren muss man dann sauber ankleben, so dass nur noch ein dünner Streifen sichtbar bleibt, das bleibt einem nicht erspart.


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    Dann habe ich das Boot einmal komplett verschliffen. Da hat mich dann doch der Ehrgeiz gepackt und habe alle Unebenheiten im Holz ausgeschliffen. Mit Holzstaub und Miposeal spachteln, musste ich nur noch an wenigen Stellen. Danach habe ich das ganze Boot ein letztes Mal mit Miposeal gestrichen.


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    Was mich schon länger irgendwie gestört hat, ist der Verlauf der Maserung im Cockpit. Das Armaturenbrett verläuft logischerweise quer. Die beiden Seiten ebenfalls. Schaut stimmig aus. Im der hinteren Kabine verläuft die Maserung senkrecht. Was man natürlich sieht. Vorausgesetzt man verkleidet, bzw. bezieht das Holz nicht. Und das schaut nicht so gut aus, finde ich zumindest. Also habe ich ein Stück Furnier eingepasst, mit senkrechter Maserung und vorne schräg, so da man die Längsmaserung zum Armaturenbrett sehen kann. So gefällts mir besser.


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  • Während das Miposeal trocknete, habe ich mich an die hintere Reling gemacht. Wenn man das so nennen darf, die Rede ist von dem hintern Teil am Heck, das wahrscheinlich eine zusätzliche Haltemöglichkeit bietet, wenn man im Heck sitzt.


    Ich habe dafür ein 4/2,6 mm Messingrohr verwendet, das lässt sich schön biegen und knickt nicht ein.


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    Die Maße habe ich grob von dem Photo, bzw. Animation der Studie übernommen. Da ist leider immer nur die eine Perspektive zu sehen, aber ich denke ich habe's einigermaßen hinbekommen.

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    Hier ist es nur aufgelegt, später kommt noch bei ein 2mm Messingstück in die Rohrstücke und in das Deck das zugehörige Koch gebohrt. Ich werde das Teil wahrscheinlich in derselben Farbe lackieren wie die Heckpartie aus dem schwarzen ABS Resin. Vielleicht sogar in schwarz, das gefällt mir jetzt schon ganz gut.


    Messing selbst sieht natürlich bei dem Holz auch gut aus, nur das passt nicht zum den restlichen Edelstahl-Teilen. Oder ich tausche die alle gegen Messing aus, ginge auch. 3x1mm Messing Leisten für die Scheuerleisten gibts ja, Blech auch. Aber das wäre dann etwas viel "Classic".


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    Als das Miposeal nach 3 Tagen soweit trocken war, habe ich nochmal alles sauber verschliffen, besonders die Kanten der Leisten, die ich aufgeklebt habe. Dann zu ersten Mal alles mit Resin 32 gestrichen. Ich bin mit 62 gr (40 Harz + 22 Härter) gut hingekommen (Deck, Bordwände, Rumpf). Ich hatte noch einen größeren Rest vom letzten Boot übrig, allerdings schon ziemlich fest. Das bekommt man in warmen Wasserbad wieder flüssig, aber es ist trotzdem etwa ein Jahr alt. Jedenfalls habe ich mich entschlossen, neues Resin zu verwenden. Das habe ich nicht bereut, das lässt sich wirklich gut verstreichen, so dass ich gleich das ganze Boot machen konnte. Den Rest verwende ich vielleicht am Rumpf.


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    Mit den Rest habe ich die Böden aus Eiche eingelassen. Ich muss sagen die Kalfaterung, bzw. die Laserung ist wirklich gut gelungen. Wahrscheinlich ist es gar nicht so einfach, das so einzustellen, dass die schwarzen Linien leicht eingebrannt sind und nicht nur an der Oberfläche. Am liebsten hätte ich die so genommen wie sie sind und nur leicht geölt. Aber Eiche nimmt gerne Feuchtigkeit auf und verzieht sich möglicherweise. Also doch lieber streichen, kann man ja nachher matt schleifen.

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    In den nächsten Wochen kommen jetzt mehrere Schichten Harz aus das Boot, das dauert also ein wenig.

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