Servo beschleunigen - geht das?

  • Moin,

    für Spaßveranstaltungen habe ich mir eine Dragon Force 65 gegönnt. Für Uneingeweihte, das ist ein Segelboot mit 65 cm Länge, welches serienmässig hergestellt wird. Im Gegensatz zu meinen Regattabooten werkelt in diesem Boot eine Segelwinde und kein Segelservo. Da ich an die schnellen Reaktionen mit den Segelservos gewöhnt bin, hadere ich etwas mit der relativ langsamen Segelwinde. Nun habe ich überlegt, das Boot auf ein Segelservo umzurüsten. Bin aber zu dem Schluss gekommen, dass das bei weiterer Vderwendung des serienmässigen Geräteträgers (Spritzgußteil) nichts wird. Ich kriege dann einfach keinen genügend langen Hebel untergebracht. Den Geräteträger wollte ich aber nicht großartig neu bauen. Da kam bei mir die Frage auf, ob man denn Servos, in diesem Fall die Segelwinde, auch schneller machen kann. Das es Bausteine gibt, mit denen man die Geschwindigkeit von Servos vermindern kann, weiß ich. Ich habe aber nichts finden können was die Geschwindigkeit erhöht. Deshalb meine diesbezügliche Frage an die Spezialisten. Gibt es so etwas? Und wenn ja - wo?

    Allen die dies lesen wünsche ich einen guten Rutsch und ein gesundes Neues Jahr.


    Gruß

    Dieter

  • Hallo Dieter,


    das geht nicht, ein Servo kann nicht schneller drehen als vom Motor und Getriebe bestimmt.


    Das Verlangsamen wird ja nur dadurch erreicht, daß man das Impuls-Signal nicht direkt auf die gewünschte Endposition setzt sondern in kleinen Schritten hoch- oder runter zählt.

    Die Pause und/oder Schrittgröße beeinflußt dann die Geschwindigkeit.


    Setzt man das Servo direkt auf die Endposition dreht es sich immer mit seiner maximalen Geschwindigkeit, von außen kann man das nicht beschleunigen - schneller als direkt von x auf 100 geht nunmal nicht. :)

  • Wenn Du die Schot umlenkst bekommst Du auch mit einem kürzeren Hebel einen längeren Schotweg hin (Stichwort Flaschenzug). Das ist zwar umgekehrt ungünstiger was die auf das Servo wirkenden Kräfte betrifft, aber dem kann man ja durch entsprechende Servoauswahl begegnen.

    Ich habe das bei meinem RG65-Eigenbau auch machen müssen und das funktioniert seit viel Jahren problemlos.


    Gruß

    Jörg

  • Eine größere Haspel auf die Winde setzen, also größeren Durchmesser. Mehr Schotweg pro Umdrehung...

    Der Einfluss der Spannung ist begrenzt, wenn man den Datenblättern trauen kann

    Stefan


    Modelle (Auswahl):RS1 Colin Archer in 1:40, Fomo Segler Tarana in 1:10, T22, S130 (robbe), Bugsier 1 , Örjan (14cm Schlepper), Griech. Fischerboot, Sea Scout
    Baustellen: Rocket

  • Wenn Du die Schot umlenkst bekommst Du auch mit einem kürzeren Hebel einen längeren Schotweg hin (Stichwort Flaschenzug). Das ist zwar umgekehrt ungünstiger was die auf das Servo wirkenden Kräfte betrifft, aber dem kann man ja durch entsprechende Servoauswahl begegnen.

    Ich habe das bei meinem RG65-Eigenbau auch machen müssen und das funktioniert seit viel Jahren problemlos.


    Gruß

    Jörg

    Danke Jörg,

    die Idee ist mir gar nicht gekommen. Dabei war Physik mein Lieblingsfach. Habe mich als Einziger der ganzen Schule in Physik prüfen lassen. Sehr zum Ärger meines Lehrers. Der konnte am Prüfungstag nicht selbst anwesend sein und musste deshalb vorsorglich alle Versuche aufbauen, die in den zur Auswahl stehenden Prüfungsthemen vorkamen. Ich habe dann das einzige Thema gewählt welches ohne Versuche auskam.

    Ich werde mir da mal einen Versuchsaufbau machen ob das platzmässig hinkommt. Das ganze hängt ja quasi wie eine Wanne unterm Deck und beschränkt damit die Bewegungsfreiheit ganz schön.

    Komm gut ins neue Jahr.


    Dieter

  • Hallo Dieter,

    mit welcher Versorgungsspannung für die Segelwinde bist du unterwegs? Ich habe das gleiche Boot und segle sehr zufrieden mit der Winde. Habe aber als Akku auch einen 2s LiFePO4. Es muss nur der Empfänger für die höhere Spannung geeignet sein.


    Gruß Jürgen

  • Hallo Dieter,

    mit welcher Versorgungsspannung für die Segelwinde bist du unterwegs? Ich habe das gleiche Boot und segle sehr zufrieden mit der Winde. Habe aber als Akku auch einen 2s LiFePO4. Es muss nur der Empfänger für die höhere Spannung geeignet sein.


    Gruß Jürgen

    Nein, du kannst die Spannung über einen Spannungsregler direkt an den Servo liefern und vom Empfänger nur das Signal.

    Viele Grüße

    Jörg

  • Hallo Jörg,


    das ist (mir) schon klar. Stellt auch nur eine mögliche Lösung für den Fragesteller dar.

    Hierbei kann bei der passenden Wahl des Akkus sogar etwas Gewicht gespart werden und es werden bis auf den Akku keine weiteren Bauteile benötigt (quasi Pug&Sail).


    Gruß Jürgen

  • Erst einmal wünsche ich Euch ein gesundes neues Jahr.

    Meine anfängliche Frage wurde ja mit einem eindeutigen "nein" beantwortet. Somit hat sich das hier eigentlich erledigt.

    Auf große Umbauten will ich auch verzichten. Die Klassenregeln für die DF65 sind ja ziemlich eng gefasst. Und ich will Umbauten ausschließen, die einen späteren Einsatz des Bootes nach diesen Regeln ausschließen würden. Denn wer weiß, wie lange ich das Boot noch selber nutzen kann.

    Ich fahre übrigens in allen Modellen, wenn Platz und Gewicht das zulassen, fünfzellige Empfängerakkus (6 V). BEC nur im Notfall. Und diese Akkus kommen auch in meinen Segelbooten zum Einsatz. Sicherlich schütteln jetzt wieder Einige den Kopf wegen meiner "Rückständigkeit". Aber alle Akkutypen die mit LI anfangen sind bei mir absolut in der Minderzahl. Und bitte jetzt keine Diskussionen über Deren Vorteile hier anfangen.


    #JOERG_B

    Ich habe mir mal einen (recht primitiven) Versuchsaufbau gemacht um das mit der Schotumlenkung zu probieren. Aber irgendwie gehe ich da wohl falsch an die Sache ran. Bei mir bleibt der Schotweg gleich. Egal ob mit oder ohne Umlenkung. Um auf den erforderlichen Schotweg zu kommen, müsste ich einen Hebel mit der halben Schotweglänge (etwa 55mm) einbauen. Und das Servo müßte 180° drehen. Bei weniger Winkel müsste der Hebel ja noch länger werden.


    Ich werde das Boot so lassen wie es ist. Brauche dafür also keine weiteren Vorschläge. Es funktioniert ja gut. Bin halt nur an die schnelleren Reaktionen mit Segelservos gewöhnt. Das mit der Schotumlenkung zur Verkürzung der Hebellänge würde ich aber gern kapieren.


    Gruß

    Dieter

  • Moin Dieter,

    gemeint ist wahrscheinlich eine Umlenkung über eine Rolle wie bei der MicroMagic:
    https://micromagic-rc-segeln.d…c-Version2017-Bauplan.pdf
    Rechts unten im Plan.

    Gruß Achim


    HoTT Mx12 - Mx20 - Mc20 - Radiomaster TX16S

    Georg Breusing (Werftaufenthalt), Cap San Diego, Southampton Tug (gepimpt),

    Feuerwehrschiff, Goliath (jeweils 2mot. 160cm Schaffer-Rumpf),

    Aeronaut Victoria, Aeronaut Princess, Aeronaut ANNA 3, Robbe St.Germain,

    Micro Magic, Colin Archer Pipi, Seawind,

    ein paar Flieger.
    http://www.mfsv-bs.de/

  • Danke Achim,

    das erklärt alles. Hat mir aber auch einen Schreck eingejagt. Kalkschulter hat der Doktor bei mir ja schon diagnostiziert. Wahrscheinlich rieselt der Kalk wohl auch schon weiter oben. Schließlich habe ich selber schon eine Micro Magic gebaut und hätte drauf kommen sollen.


    Gruß

    Dieter

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