Brauche Hilfe welche Klebstoffe für wasserdichte Verklebung von Polystyrol und Aluminium oder Messing

  • Oxydation tritt in dem Moment auf, wenn Sauerstoff im Spiel ist. Wenn man es aber richtig macht, funktionieren auch Verklebungen insbesondere von Alu oder Messing. D.h. nach der Entfernung der Oxydschicht SOFORT die Stellen mit Klebstoff benetzen, dann passiert nix. Das ist langjährige Erfahrung aus meinem Berufsleben, keine Weisheit aus dem Modellbau. Insbesondere bei Methacrylatkleber (Stabilit oder oben genannter) muss man allerdings wirklich schnell sein und gut vorbereitet, viel Zeit bleibt nicht.

  • Bin gerade ein wenig irritiert .....die Stevenrohre unserer Pötte sind doch aus Messing , oder ? Jedes der Dinger die ich mit Epoxy eingeklebt habe hält auch , ebenso die Aluprofile meines Goldhofers die mit Industriesekundenkleber verklebt wurden halten wie die Pest . Die Mastverstrebungen und Antennen meiner Burke sind auch aus Messing und sind verklebt . Gelöst hat sich da gar nichts :kratz:

  • Epoxi auf PS oder ABS hält aber nicht wirklich. Also bleibt Methacrylatkleber.


    Und wer weiß schon, wieviel Sauerstoff in Deinem Zuhause vorhanden ist?

    Wenn Du vorher den meisten Stoff wegatmest, bleibt nicht viel für Oxydation .......... :wfe:

  • Epoxi auf PS oder ABS hält aber nicht wirklich. Also bleibt Methacrylatkleber.

    Ich verklebe PS bzw. ABS mit anderen Werkstoffen eigentlich immer mit Epoxidharz. Hab die Erfahrung gemacht das es stark auf die Vorbehandlung ankommt. Ich schleife die Klebestelle mit 80er Körnung und säubere diese dann vor dem Verkleben mit Aceton. Bis jetzt hält bei mir zum Glück alles dauerhaft. Für PS mit PS oder ABS mit ABS sind natürlich andere Klebstoffe erste Wahl.

    Mit 5 Minuten Epoxy hab ich hingegen nicht so gute Erfahrungen gemacht.

  • Eine kleine Erfahrung aus der Praxis, denn auch ich musste dazulernen: Ein mit Epoxi repariertes ABS-Cockpit eines Einzylinder-Motorrades mit durchaus deutlich spürbaren Vibrationen sollte am "Nachfolgebike" montiert werden. Dieses hatte allerdings einen Vierzylinder mit Vibrationen in einem ganz anderen Spektrum. Beim Einzylinder hat das Teil bzw. die Verklebung jahrelang gehalten, beim Vierzylinder etwa 5 - 10 Kilometer Fahrtstrecke. Danach konnte man die "Verklebung" mit der Hand problemlos entfernen, ohne Gewalt und weitere Schäden, ähnlich wie Tesafilm.


    Es sind nicht grobe Belastungen wie deftige Schüttelei, sondern feine und feinste Vibrationen, welche diese Verklebungen "ala Tesafilm" zerstören. Muss nicht sein, kann aber. Also warum nicht gleich auf Nummer sicher gehen? Auch wenn die Werbung viel verspricht, es gibt keine "Alleskleber", wohl aber sehr gute Kleber für spezielle Anwendungen und auch bei Sekundenklebern sind die Unterschiede teils erheblich. Darüber muss sich jeder Anwender klar sein!

  • Ich verklebe PS bzw. ABS mit anderen Werkstoffen eigentlich immer mit Epoxidharz. Hab die Erfahrung gemacht das es stark auf die Vorbehandlung ankommt. Ich schleife die Klebestelle mit 80er Körnung und säubere diese dann vor dem Verkleben mit Aceton. Bis jetzt hält bei mir zum Glück alles dauerhaft. Für PS mit PS oder ABS mit ABS sind natürlich andere Klebstoffe erste Wahl.

    Mit 5 Minuten Epoxy hab ich hingegen nicht so gute Erfahrungen gemacht.

    Nach den Aussagen meines Lackierers ist es sinnoll, die Flächen VOR dem anschleifen mit Silikonentferner zu reinigen, dann anschleifen und verkleben.

    Von Aceton rät er ab.

    Im Yachtbau wird Alu mit einem Etch-Primer vorbehandelt.

  • Aluminium ist ein nur sehr schwer zu verbindendes Material. Es oxidiert nach dem An- oder Abschleifen unmittelbar und nimmt daher kaum wirklich Kontakt auf. Verlässlich ist einzig eine Verbindung durch Schutzgas-Schweißen. Dort wird in der Schutzgas-"Blase" die Oxidschicht mit dem Lichtbogen aufgebrochen und nur so kann es zu einer "echten" Verbindung kommen.

    Ich weiß, wovon ich rede. Mein Praktikum im Leichtmetall-Forschungs-Institut der Vereinigten Aluminiumwerke hat mich da echt weitergebracht. Dort wurden zum Beispiel gerissene Alu-Motorteile, sogar Blöcke von Dieselmotoren, durch das richtige Schweißen wieder funktionsfähig gemacht


    Soweit die Theorie. Kaum jemand hat die Gerätschaften und bei unseren verwendeten Materialstärken brennt man es schneller weg, als es zusammen zu bekommen.


    Aus meiner Erfahrung kann ich vieles, was hier schon vorgestellt wurde, bestätigen. Es ist aber für meine Begriffe relativ egal, ob Epoxi oder Stabilit für eine Verklebung genutzt wird. Je glatter die Oberflächen sind, um so einfacher ist es den ausgehärteten Klebstoff wieder "abzuporklen" und sich über das Ergebnis zu ärgern. Am Ende hilft es wirklich nur, massiv aufzurauhen und sogar kleine Ecken und Kanten in die Klebeflächen zu feilen, damit man eine Verbindung bekommt. Sieht ja keiner, weil kommt ja Kleber drüber.


    Das einzige Aluminium, dass ich ohne Schleifen geklebt habe, fand sich in den Druckplatten für den Offset-Druck, die ich aus der Restkiste einer Druckerei bekam. Ein wunderbar leichtes Material, nur etwas kritisch bei großen Flächen. Die sind magedünn und man hat ratzfatz Beulken und Dellen drin. Anderes Thema!

    Pattex Alleskleber (ja, das fiese gelbe Zeug, dass man 15 Minuten ablüften lässt, bevor man fügt) war dort die beste Wahl. Ich uss allerdings zugeben, dass es nur auf der beschichteten Druckseite geklebt hat. Die glänzende Rückseite ging garnicht...

    • New
    • Official Post

    Die Offset-Druckplatten eignen sich aber hervorragend für Frachtschiffsaufbauten. Da baut man ja im Rohbau das Gerippe und darauf dann flächig die Metallplatte, die dann schön in die Rippenfelder eingedellt/gedrückt werden können. Damit sieht es sehr echt aus.

    Wir haben in den 70er Jahren mit den Platten sogar schon Flügel von Fliegern beklebt. Hat länger als Folie gehalten aber bei ungeschickten Auffangversuchen für böse Schnitte in der Handfläche gesorgt.

    MfG, Ernst
    (Moderator)


    Das Vorteilhafte an Standmodellen ist, dass sie selten absaufen...


    IG-Yachtmodellbau seit 1996


    Under Construction: in 1:10 - Riva Anniversario - Graupner Manhattan-Variationen, sowie Graupner Helgoland von 1965 zur Restauration :2:


    MFC Ikarus Kempten - Modellfliegen auf 855m üNN Starthöhe :)

  • Nach den Aussagen meines Lackierers ist es sinnoll, die Flächen VOR dem anschleifen mit Silikonentferner zu reinigen, dann anschleifen und verkleben.

    Von Aceton rät er ab.

    Im Yachtbau wird Alu mit einem Etch-Primer vorbehandelt.

    Gude Axel, sicher das du nicht die Reihenfolge verwechselst? Silikonentferner macht vor dem Schleifen eigentlich keinen Sinn, Da Schleifmittel, Schleifpapiere eben oftmals Silikonrückstände auf dem Werkstück hinterlassen können müssen/sollten zwichen schleifen und verkleben Silikonrückstände entfernt werden.

    Aus sicht eines Lackieres macht Aceton in den Mengen wie man Silikonentferner täglich verwendet natürlich keinen Sinn. Weder auf den großen Flächen noch für die Gesundheit.(Wobei Silikonentferner auch nicht ohne ist.) Da stimme ich ihm zu. Bei Klebestellen hingegen sehe ich für Aceton keinerlei Bedenken. Architekturmodellbauer verkleben PS mit PS oder ABS mit ABS fast nur mit Aceton.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!